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Betriebsrat vs. Regierung

Tiroler Betriebsrat lädt Verfechter des 12-Stunden-Tages ein, in der Gießerei zu arbeiten.
Betriebsrat Armin Eberl fordert Regierung, IV und WKÖ zur ultimativen Gießchallenge

60 Stunden arbeiten in der Woche? In einem komfortablen Büro mit Blick über den Ballhausplatz oder über den Schwarzenbergplatz sicher keine unlösbare Aufgabe. Wie sieht es aber bei jenen ArbeitnehmerInnen aus, die unter großer Hitze oder Kälte arbeiten müssen, Die großen körperlichen Belastungen ausgesetzt sind? Für diese Beschäftigten sind oftmals acht Stunden schon eine Herausforderung, die sie an ihre Grenzen bringt.

Einladung zur Gießchallenge

Armin Eberl, Betriebsratsvorsitzender eines Gießereibetriebs in Tirol, will deutlich machen, dass ein 12-Stunden-Arbeitstag in vielen Berufen einfach nicht zumutbar ist. Um dies auch den Verfechtern der 60-Stunden-Woche näherzubringen, lädt er Bundeskanzler Kurz, Vizekanzler Strache, IV-Präsident Kapsch, WK-Präsident Mahrer, WK-Tirol Präsident Jürgen Bodenseer sowie FMTI-Obmann Knill ein, dieses Arbeitspensum in seinem Betrieb zu erfüllen. Aber nicht im Büro, sondern direkt in der Produktion, bei Raumtemperaturen von 45 °C bis 60 °C.
 
"12 bzw. 60 Stunden Gießchallenge heißt: Die Eingeladenen treten gegen mich, den Betriebsratsvorsitzenden, in unserer Gießerei bei den Schleudermaschinen, entweder am Gießtümpel oder an der Gießrinne an."

Als Zeitpunkt für diese Challenge würde sich laut Eberl die vierte Augustwoche anbieten. Der Betriebsrat ist aber über jeden Terminvorschlag offen, "es sollte jedoch wegen der Temperaturen im Sommer sein. Auch müssen nicht alle zur gleichen Zeit kommen, ich trete auch gerne gegen jeden einzeln an", so Eberl.

Einschulung & Schutzkleidung

Der Betriebsratsvorsitzende bietet eine Einschulung, Schutzkleidung wird zur Verfügung gestellt und auch für Unterkunft ist gesorgt. Die Eingeladenen sollen gegen ihn antreten und sich verpflichten, für jede Stunde, die ein Teilnehmer vor Schichtende abbricht, 100 Euro zu zahlen, die dann für einen guten Zweck gespendet werden.

"4 Tage jeweils 12 Stunden, Beginn von 06.00 Uhr bis 12.00 Uhr, dann eine ½ Std. Mittagspause und um 12.30 geht’s weiter bis 18.30 Uhr. Anschließend könnten wir noch unsere Freizeit, entweder beim Tennis, Fußball oder im Verein genießen. Schlafen gehen sollte man zeitig, weil am nächsten Tag um 05.00 Uhr Tagwache ist."

Wer stellt sich Herausforderung?

Die "12 bzw. 60 Stunden Gießchallenge" darf gerne auch medial begleitet werden, damit die Teilnehmer die Möglichkeit haben, der Öffentlichkeit zu beweisen, wie einfach es doch ist, unter diesen Bedingungen 60 Stunden zu arbeiten. Es bleibt also spannend, wer sich der Herausforderung stellt!
 

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