Um dir bestmögliches Service zu bieten, speichert proge.at Informationen über deinen Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklärst du dich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen darüber findest Du in der Datenschutzerklärung.
www.proge.at

Kampf für ein soziales Europa

IndustriAll Europe tagte in Wien. Im Mittelpunkt der Konferenz stand die Abwehr von Angriffen auf ArbeitnehmerInnenrechte und Strategien gegen den Rechtspopulismus.

Am 10. und 11. Oktober fand auf Einladung der Gewerkschaft PRO-GE die Midterm Conference von IndustriAll Europe statt. IndustriAll European Trade Union ist der Dachverband von 230 Gewerkschaften aus den Bereichen Metall, Bergbau, Chemie und Energie sowie Textil, Bekleidung und Leder und vertritt rund 7 Millionen Beschäftigte. Schwerpunkt der Konferenz waren die Herausforderungen für Gewerkschaften aufgrund des Rechtsrucks in Europa und den damit verbundenen Angriffen auf die Rechte der ArbeitnehmerInnen. Darüber hinaus wurde Bilanz über die Fortschritte seit dem letzten Kongress in Madrid gezogen und in Vorbereitung auf den nächsten Kongress in Griechenland im Jahr 2020 wichtige Weichenstellungen vorgenommen.

 

 

Konservative Wende brachte Verschlechterungen

„In Österreich hat die konservative Wende eindeutig zu Verschlechterungen für die ArbeitnehmerInnen geführt. Nun müssen wir uns dafür einsetzen, dass dieser Trend auf europäischer Ebene gestoppt wird“, so der Vorsitzende der Produktionsgewerkschaft, Rainer Wimmer. Das Treffen der Gewerkschaften im Vorfeld der Wahlen zum EU-Parlament am 26. Mai habe dazu beigetragen, sich zu koordinieren und zu diskutieren welchen Beitrag Arbeitnehmervertretungen leisten können, um neoliberale und rechtspopulistische Kräfte auf europäischer Ebene zurückzudrängen.

Wimmer verweist auch darauf, dass die österreichische Regierung während des Ratsvorsitzes keinerlei Anstrengungen unternehme, gegen Lohn- und Sozialdumping vorzugehen. „Derzeit wird die Europäische Arbeitsbehörde von ÖVP und FPÖ boykottiert und damit verhindert, dass mehr Fairness bei der grenzüberschreitenden Arbeitskräftemobilität Einzug hält. Das ist Politik zu Gunsten jener Unternehmen, die von billigen Arbeitskräften aus dem Ausland profitieren“, sagt Wimmer.

Enttäuschten Hoffnung geben

Michael Vassiliadis, Präsident von IndustriAll Europe, verweist darauf, dass der Widerstand gegen Rechts eine Pflicht der Gewerkschaften sei. Es gelte, all jenen, die aufgrund der verfehlten Politik der vergangenen Jahre wenig Hoffnung hätten, ein konkretes Angebot zu machen. „Die Enttäuschungen der Menschen sind real. Die europäische Politik hat es verabsäumt, die Lebensverhältnisse der Menschen – insbesondere von sozial benachteiligten – ausreichend zu gestalten“, betont der IndustriAll-Präsident. Die Gewerkschaften hätten nun die Aufgabe, dazu beizutragen, die Solidarität in der Gesellschaft wieder zu stärken. „Der Hinweis, dass die EU ein Friedensprojekt ist, ist gut. Aber dies wird nicht reichen als Versprechen“, so Vassiliadis.

Einsatz für mehr Mitbestimmung

Die 63 Delegierten der Konferenz haben einstimmig eine Erklärung zur Situation in Österreich und der EU angenommen und damit deutlich gemacht, dass man den Kampf um ein soziales Europa verstärken wird, um den Rechtspopulisten die Macht zu entziehen. Für die Gewerkschaften ist es besonders wichtig, gegen die Angriffe auf die betriebliche Mitbestimmung, die derzeit in vielen europäischen Staaten stattfinden, vorzugehen. Mit der Kampagne „Mehr Demokratie am Arbeitsplatz“ will man ArbeitnehmerInnen auf ihre Rechte aufmerksam machen und dazu beitragen, dass das Thema auch auf europäischer Ebene einen höheren Stellenwert bekommt.

Das könnte Sie auch interessieren

10.12.2018

Europa: Arbeit 4.0 – Starke Kollektivverträge

industriAll Europe hielt Konferenz zum Thema Kollektivverträge ab
29.11.2018

Unterstütze auch Du die Kampagne!

Handelsabkommen mit Japan sieht nur Sonderrechte, keine Pflichten für Konzerne vor.
23.11.2018

ILO will Konvention gegen Gewalt und sexuelle Belästigung

Präsentation im Juni 2019 - Bundesregierung soll rasch ratifizieren
20.11.2018

Unterstützung für ArbeitnehmerInnen des Westbalkans

GewerkschaftsvertreterInnen aus Serbien, Kroatien, Montenegro und Österreich trafen sich in Wien zum Gedankenaustausch
30.10.2018

40 Jahre Nein zu Zwentendorf

Einladung zur Podiumsdiskussion am 5. November, Amerlinghaus, 1070 Wien
23.10.2018

Diskriminierung am Arbeitsplatz weltweit bekämpfen

IUL hielt in Wien Konferenz zur Arbeitssituation von LGBTI-Personen ab
05.10.2018

Juncker: „Wir brauchen auch im Sozialen ein Triple-A“

Der Präsident der EU-Kommission plädierte in Wien für eine Stärkung des Sozialen Europas.
28.09.2018

Österreichs größte Messe für nachhaltigen und fairen Lifestyle

Von 12. bis 14. Oktober: WearFair +mehr in der Linzer Tabakfabrik.
12.07.2018

Bundespräsident unterschreibt CETA wegen Schiedsgerichten vorerst nicht  

Wartet auf EuGH-Entscheidung: Zweifel, ob die Schiedsgerichte mit EU-Recht konformgehen.
12.07.2018

Die Regierungs-Liste der Grauslichkeiten

Die Regierung will gegen die Übererfüllung von EU-Richtlinien vorgehen. Für ArbeitnehmerInnen kann das weniger Urlaub und längere Arbeitszeiten bedeuten.

Artikel weiterempfehlen

Newsletterauswahl

PRO-GE Newsletter

Geschlecht
Geschlecht:
Name