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Metallindustrie: Warum sind die Verhandlungen gescheitert?

Auch in der 5. Runde kam es zu keiner Einigung. Die Arbeitgeber provozierten den Abbruch der Gespräche

Die vierte Verhandlungsrunde mit dem Fachverband der metalltechnischen Industrie war am 19. Oktober 2018. In einem Fachverband mit rund 1.200 Betrieben war es den Unternehmern „leider nicht möglich“, vor dem 8. November 2018 ein Verhandlungsteam mit Abschlussvollmacht zusammenzustellen. Offensichtlicher kann man mangelnde Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten nicht demonstrieren.

Selbstverständlich haben die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp dieses Hinhalten scharf kritisiert. Erst gestern, am 8. November 2018, waren die Arbeitgeber bereit, weiter zu verhandeln. Die Gewerkschaften sind mit der Absicht, ein Ergebnis zu erzielen, in die Verhandlungen gegangen. Entgegen mancher diesbezüglicher Arbeitgeberaussagen in den Medien führen Gewerkschaften Kollektivvertragsverhandlungen nicht um zu streiten oder zu streiken, sondern um gute Verhandlungsergebnisse im Interesse ihrer Mitglieder zu erreichen.

Rückzieher der Arbeitgeber bei Rahmenrecht

Die ersten rund sechs Stunden Verhandlungszeit galten dem Ziel, die seit Wochen intensiv diskutierten möglichen rahmenrechtlichen Vereinbarungen fix zu machen. Diesbezüglich zeichneten sich Einigungen ab. Nach einer Verhandlungsunterbrechung zwecks Berichterstattung wollten die Gewerkschaften, aufbauend auf das aus ihrer Sicht weitestgehend fixierte Rahmenrechtspaket, über das Ausmaß der Lohnerhöhungen sprechen. Dazu kam es allerdings nicht mehr. Völlig unerwartet haben die Arbeitgeber einen Rückzieher gemacht und der Arbeitnehmerseite mitgeteilt, dass einige der zugesagten rahmenrechtlichen Zugeständnisse doch nicht möglich sind. Dabei handelt es sich um zentrale Forderungspunkte rund um die Vergütung von Überstunden.

Nahezu zeitgleich erklärte der Fachverbandsobmann des FMTI, Christian Knill, im Fernsehen, dass die Unternehmer nicht mit einer Einigung rechnen und auf drohende Kampfmaßnahmen vorbereitet sind. Die Zurücknahme von an sich bereits getätigten Zugeständnissen hat offensichtlich dem Zweck gedient, das Scheitern dieser Verhandlungen zu bewirken.

Nach diesem Eklat haben die Gewerkschaften – ohne ein neues finanzielles Angebot vom FMTI erhalten zu haben – die Gespräche unterbrochen, um das große Verhandlungskomitee zu informieren und gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Die BetriebsrätInnen waren deutlich: Sie wollen sich diese Behandlung nicht gefallen lassen.

Unseriöser Verhandlungsstil von Seiten des FMTI

Mitten in der Diskussion im großen Verhandlungskomitee kamen die Arbeitgeber auf die Idee, telefonisch und nachträglich, ein - gegenüber dem 19. Oktober 2018 - geringfügig verbessertes Angebot von 2,7 Prozent auf die Löhne und Gehälter unterbreiten zu wollen. Dafür war in den stundenlangen Verhandlungen vorher offenbar keine passende Gelegenheit. Selbstverständlich waren die Gewerkschaften nicht bereit, diesen Verhandlungsstil zu akzeptieren, bzw. ein solches Angebot auch nur zur Kenntnis zu nehmen.

Für die PRO-GE und GPA djp bedeutet dies, dass nach wie vor von einem Angebot von 2,02 Prozent ausgegangen wird, was abzüglich der Inflationsrate eine Nulllohnrunde bedeuten würde!

Bei den BetriebsrätInnenkonferenzen in den Bundesländern wurde der klare Beschluss gefasst, solidarisch und kämpferisch für die Rechte der ArbeitnehmerInnen in einem gemeinsamen und einheitlichen Kollektivvertrag einzutreten. Jetzt geht es darum, diesen Beschluss auch umzusetzen.

Als erster Schritt werden daher die vorläufig unterbrochenen Betriebsversammlungen ab Montagmittag wiederaufgenommen, die dann in Warnstreiks übergehen.

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