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Die Schieflage beseitigen

Mit dem KV-Abschluss der Metallindustrie konnten viele negative Auswirkungen des Arbeitszeitgesetzes der Regierung korrigiert werden.

Gemeinsame Erklärung der KV-Partner zur Absicherung der Freiwilligkeit

Seit 1. September gelten die Bestimmungen des von der Regierung beschlossenen neuen Arbeitszeitgesetzes, die bis zu 12 Arbeitsstunden pro Tag bzw. 60 Stunden in der Woche zulassen. Ende September hielt der ÖGB daher erstmalig eine Konferenz mit über 900 KollektivvertragsverhandlerInnen aus allen Branchen ab. Das Ziel: Die einseitig zu Lasten der ArbeitnehmerInnen gehende Schieflage durch die Gesetzesänderungen bei den KV-Verhandlungen zu kompensieren, mit den Schwerpunkten Rechtssicherheit, Überstundenentlohnung und Selbstbestimmung. Mit dem Abschluss in der Metallindustrie liegt jetzt das erste Verhandlungsergebnis unter diesen besonderen Aspekten vor.

Mehr Zuschläge für Überstunden

Erster wesentlicher Punkt sind Verbesserungen bei den Überstunden-Zuschlägen. Ab der dritten Stunde über der Normalarbeitszeit sowie ab der 51. Arbeitsstunde in der Woche gebührt ab 1. Juli ein 100-prozentiger Zuschlag. Gemäß dem neuen Arbeitszeitgesetz können ArbeitnehmerInnen bei einem vorübergehend auftretenden besonderen Arbeitsbedarf bis zu viermal pro Jahr von der Wochenend- und Feiertagsruhe ausgenommen werden. Für diesen Fall regelt nun der Kollektivvertrag einen mindestens 50-prozentigen Zuschlag an Samstagen und einen mindestens 150-prozentigen Zuschlag an Sonn- und Feiertagen. Zusätzlich wird die Nachtarbeits- bzw. Nachtschichtzulagen in vier Jahresetappen von jeweils rund sieben Prozent auf 2,52 Euro erhöht.

Mehr bezahlte Pausen bei längeren Arbeitszeiten

Bei langen Tagesarbeitszeiten von mehr als zehn Stunden ist künftig eine zusätzliche bezahlte Pause von mindestens zehn Minuten vorzusehen. Für die außerordentliche zusätzliche Wochenend- und Feiertagsarbeit gebührt eine 18-minütige bezahlte Pause pro Schicht.

Absicherung des Freiwilligkeitsprinzips

Einer der größten Kritikpunkte am Regierungsbeschluss betrifft die "Zusicherung" der Freiwilligkeit bei der 11. und 12. Stunde. Die Kollektivvertragspartner der Metalltechnischen Industrie haben daher im diesjährigen KV-Abschluss eine bemerkenswerte gemeinsame Erklärung aufgenommen um eine branchen- und praxisgerechte Umsetzung des Freiwilligkeitsprinzips zu gewährleisten. Darin sichern die Arbeitgeber allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in den Betrieben der metalltechnischen Industrie zu, das freiwillige Ablehnungsrecht "frei von Angst und Druck" ausüben zu können. Zur Kontrolle wird eine gemeinsame, paritätisch zu besetzende Monitoring-Kommission eingesetzt.

"Wir haben uns vor den Verhandlungen zum Ziel gesetzt, dass sich einerseits für Beschäftigte, die lange Arbeitszeiten leisten, das auch lohnen muss und andererseits jene geschützt werden müssen, die Überstunden ablehnen", erinnert PRO-GE Verhandlungsleiter Rainer Wimmer. "Mit diesem Abschluss haben wir ganz konkrete Verbesserungen in diese Richtung erzielt."

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