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Sozialversicherung - OÖGKK brachte Verfassungsklage ein

Die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse (OÖGKK) hat am 6. März 2019 Verfassungsklage gegen die Sozialversicherungsreform eingebracht. Das haben Obmann Albert Maringer, Direktorin Andrea Wesenauer und Rechtsanwalt Michael Rohregger bekanntgegeben. Die Hauptargumentation lautet: Das Gesetz sei unsachlich - Stichwort "Patientenmilliarde" - und daher gleichheitswidrig.

 
Die Verfassungsklage - juristisch offiziell Individualantrag genannt - wurde von der OÖGKK und einem Versicherten in Person von Maringer eingebracht, weil auch in die Rechte der Versicherten eingegriffen werde, erklärte Rohregger.
 
Keine Einsparungen durch Fusion
 
Die Regierung begründe die Reform damit, dass eine Milliarde gespart und dieses Geld den Versicherten zugutekommen werde, führte Wesenauer aus. "Aber es wird diese Einsparungen nicht geben, im Gegenteil es wird zu Erhöhungen kommen." Denn die gesamte Reform ziele ausschließlich auf die Verwaltungskosten ab, die ohnehin nur bei zwei Prozent liegen würden. Sie verwies zudem auf ein "gängiges betriebswirtschaftliches Modell", wonach 750.000 Polizzen die wirtschaftlichste Größe für Versicherungen sei. Darunter und darüber würden die Verwaltungskosten wieder steigen.
 
Die Verfassung fordere, dass wirtschaftliche Überlegungen zu einem Gesetz genau überdacht werden, erläuterte Rohregger. "Und diese Hausaufgabe hat der Gesetzgeber hier nicht gemacht." Wenn man eine Folgenabschätzung mache und sehe, dass das Gesetz keine Vorteile bringe, dann sei die Reform unsachlich und könne vom VfGH gekippt werden. Und in diesem Fall seien die Gründe, mit denen die Fusion argumentiert werde, einfach nicht gegeben.
 
Selbstverwaltung wird zerstört
 
Zudem sei der Föderalismus "ein Baugesetz der Verfassung" und die "soziale Selbstverwaltung ein wesentlicher Teil davon", argumentiert der Jurist. Darüber hinaus werde es statt der bisher 30 Kassenvertreter in der OÖGKK in der neuen Gesundheitskasse (ÖGK) bundesweit nur mehr zwölf geben - "das ist nicht mehr repräsentativ". Nachsatz vonseiten Maringers: Die Hälfte dieser Funktionäre sei nicht einmal bei der ÖGK versichert, weil es sich um Arbeitgebervertreter handle.

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