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2. Runde in der chemischen Industrie ohne Ergebnis

BetriebsrätInnen-Konferenz vor der dritten Runde am 25. April
Ergebnis der Befragung zum KV-Start Ergebnis der Befragung zum KV-Start

Am Montag, 15. April endete auch die zweite Kollektivvertragsverhandlung für die rund 45.000 Beschäftigten der chemischen Industrie ohne Ergebnis. Es wurden zwar intensiv unsere Rahmenrechtsforderungen als auch jene der Arbeitgeber diskutiert. Leider kam es aber zu keinen konkreten Angeboten, weder was eine Erhöhung der Löhne und Gehälter betrifft, noch in Bezug auf Verbesserungen der Arbeitsbedingungen.

Um über den derzeitigen Verhandlungsstand zu informieren, wird es am 24. April eine BetriebsrätInnen-Konferenz geben (genaue Info für BetriebsrätInnen nach dem Login unter dem Artikel). Die Kollektivvertragsverhandlungen gehen anschließend am 25. April in die dritte Runde.

Befragung im Vorfeld
 
Schon vor dem KV-Start holten die BetriebsrätInnen die Meinung der Beschäftigten ein. 12.000 nahmen an der Befragungsaktion teil. Die Top-Themen für die ArbeitnehmerInnen sind neben einer fairen Lohn- und Gehaltserhöhung, die leichtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche und das Recht auf Altersteilzeit, Papamonat und Bildungskarenz (Für Details der Befragung siehe Download unten).
 
Gute Voraussetzungen
 
Die chemische Industrie blickt auf das wirtschaftlich stärkste Jahr seit der Wirtschaftskrise zurück. Die chemische Industrie war einer der Wachstumsspitzenreiter. Besonders hervorzuheben sind die deutlich gestiegenen Gewinne, Ausschüttungen und Investitionen im letzten Geschäftsjahr. Für die Verhandlungen gilt eine Inflationsrate von 1,95 Prozent.
 
Forderungen der Arbeitgeber
 
Die Arbeitgeber haben zu Beginn der Runde  ebenfalls Forderungen eingebracht: Verlangt wird beispielsweise eine weitere Flexibilisierung der IST-Erhöhung auf betriebliche Ebene, die Verlängerung des Durchrechnungszeitraums für Überstunden, geringe Erhöhung der Reiseaufwandsentschädigungen und Verschlechterung des Tagesteilers. Weiters soll die Ruhezeit verkürzt werden und die Bereitschaftsentlohnung gesenkt werden.
 
Das Forderungsprogramm der ArbeitnehmerInnen im Detail
 
LOHNRECHTLICHER TEIL:
  • Erhöhung der Kollektivvertragslöhne und Kollektivvertragsgehälter unter Berücksichtigung der niederen Einkommen
  • Erhöhung der IST-Löhne und IST-Gehälter unter Berücksichtigung der niederen Einkommen – Möglichkeit der Freizeitoption
  • Erhöhung der Lehrlingsentschädigungssätze, Angleichung der Lehrlingsentschädigung der kaufmännischen Lehrlinge an die der gewerblichen Lehrlinge
  • Erhöhung der Zulagen und Aufwandsentschädigungen
RAHMENRECHTLICHER TEIL:
 
Kompensationsmaßnahmen zum neuen Arbeitszeitgesetz
  • Einvernehmen mit dem Betriebsrat für Überstunden die über die 10 Stunden täglich (50 Wochenstunden) hinausgehen
  • Bei Gleitzeit maximale 10 Stunden täglich und 50 Stunden wöchentlich Normalarbeitszeit
  • Erhöhte Überstundenzuschläge für die 11. und 12. Stunde und ab der  51. Wochenstunde sowie bei Nachtarbeit
  • Bezahlte Pausen für überlange Arbeitszeiten
Selbstbestimmte Arbeitszeit:
  • Wahlrecht bei Überstundenzuschlägen
  • Recht auf 4-Tage-Woche
  • Einseitiger Antritt von Zeitausgleich
  • Recht auf Altersteilzeit, Papamonat, Pflegekarenz, Pflegeteilzeit, Hospizkarenz, Bildungskarenz, Bildungsteilzeit
  • Rechtsanspruch auf Teilzeit für bestimmte Zeit mit Rückkehrmöglichkeit auf Vollzeit
  • Erweiterung der Anspruchsberechtigten lt. Pkt. 63b und Erhöhung des Betrages auf 100 Euro
  • Verbesserung bei der Anrechnung von Vordienstzeiten bei Urlaub
  • Inlandstaggeld für alle Auslandsreisen, sofern dieses höher ist
Geltungstermin: 1. Mai 2019

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