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Ausbildungspflicht wirkt

Seit einem Jahr gilt die Ausbildungspflicht bis 18 Jahre. Die Bilanz überzeugt: 2.390 Jugendliche wurden begleitet, in zwei Drittel der Fälle mit positivem Ausgang. Auch die PRO-GE Jugend befürwortet die Maßnahme, ortet aber Nachbesserungsbedarf.

Jeder bzw. jede fünfte kontaktierte Jugendliche ist laut Sozialministerium direkt wieder in Schule oder Lehre eingestiegen, ebenso viele werden von Jugendcoaches bei der Suche nach einem Ausbildungsweg unterstützt. Bei einem Drittel der Jugendlichen wurde die Betreuung erfolglos beendet, meist, weil diese nicht erreichbar waren.

Was heißt Ausbildungspflicht?

Jugendliche müssen seit 2017 (seit 2018 als letzte Konsequenz auch Verwaltungsstrafen möglich) bis zum 18. Geburtstag eine weiterführende Schule besuchen oder eine alternative Ausbildung machen. Bricht ein/e Jugendliche/r die Ausbildung ab, muss das gemeldet werden. Beginnt er/sie innerhalb von vier Monaten keine Neue, nehmen Koordinierungsstellen des Sozialministeriums Kontakt auf - und das äußerst hartnäckig, wie betont wird. Gemeinsam mit den Jugendlichen wird dann nach einem alternativen Ausbildungsweg gesucht oder es werden Perspektiven- oder Betreuungspläne erstellt. 2016 haben noch knapp neun Prozent der 15- bis 17-Jährigen ihre Ausbildung frühzeitig abgebrochen. Die Ausbildungspflicht soll den Betroffenen langfristige Perspektiven eröffnen und Folgekosten reduzieren.

PRO-GE Jugend: Mehr Mittel für Überbetriebliche Ausbildung

Auch die PRO-GE Jugend befürwortet die Ausbildungspflicht. „Wir sehen die positiven Effekte. Vor allem bei der Überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) gibt es aber deutlichen Verbesserungsbedarf“, sagen PRO-GE Bundesjugendvorsitzender Josef Rehberger und Bundesjugendsekretär Stefan Laufenböck. „Die ÜBA hat durch die drastischen AMS-Kürzungen viel weniger Mittel. Mit einer Fachkräftemilliarde, finanziert durch alle Betriebe, könnte die qualitative Ausbildung in den ÜBA aber auch in den Betrieben, garantiert werden“, so Rehberger. Ein weiteres Problem sei die Gewährleistung der freien Berufswahl. „Gibt es in einer Region nur wenige unterschiedliche Lehrstellen, besteht möglicherweise die Gefahr, dass die Jugendlichen in einen Beruf gedrängt werden, den sie nicht erlernen wollen“, erklärt Laufenböck.

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