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Arbeiten ohne Papiere in der Corona-Krise

Zugänge zu sicheren Arbeitsbedingungen, Gesundheitssystemen und Sozialleistungen für alle, die hier leben und arbeiten!

UNDOK – Verband zur gewerkschaftlichen Unterstützung undokumentiert Arbeitender

Der Zugang zu sicheren Arbeits- und Lebensbedingungen, Existenzsicherung, Gesundheitssystemen und ärztlicher Versorgung darf nicht über Aufenthaltsstatus oder nationale Zugehörigkeiten bestimmt werden, sondern muss alle einschließen, die hier leben und arbeiten!
UNDOK-Statement
 
Seit Ausbruch der COVID-19-Pandemie sind jene Branchen ins Blickfeld gerückt, in denen Menschen besonders häufig un(ter)dokumentiert arbeiten: etwa in Tourismus und Gastronomie und im Baubereich. Pflegearbeit in Privathaushalten und Erntearbeit in der Landwirtschaft sind als „systemrelevante“ Tätigkeiten sichtbar geworden und wegen ihres akuten Arbeitskräftemangels nun Dauerthema in den Medien. 
 
Arbeiten ohne Papiere wird noch prekärer
 
Diese öffentliche Aufmerksamkeit steht in Widerspruch zu den realen Arbeits- und Entgeltbedingungen der Beschäftigten, die meist schlecht sind. Ganz besonders gilt dies für undokumentiert Arbeitende, die ältere Menschen rund um die Uhr pflegen, auf Kinder aufpassen, Pakete austragen, in Restaurants putzen und abwaschen, Spargel ernten usw. Sie gehören zu den ersten, die von Kündigungen betroffen sind. Obwohl sie „systemrelevante“ Arbeit leisten, sind sie von Lösungen wie Kurzarbeit, die die Gewerkschaften verhandelt haben, ausgeschlossen. Sie haben weder Zugang zu Arbeitslosengeld noch zu anderen Versicherungsleistungen. Sie können sich meist auch keine Unterstützung von den ohnedies unzureichend eingerichteten Finanzhilfen erwarten, die es für Armutsbetroffene gibt. Auf jene, die ihre Jobs behalten, steigt in der Krise dagegen der Druck, gefährliche Arbeitsbedingungen und Gesundheitsrisiken hinzunehmen. 
 
Ausgeschlossen vom Gesundheitssystem
 
Un(ter)dokumentiert Arbeitende sind in der Regel nicht krankenversichert und aus dem bestehenden Gesundheitssystem weitgehend ausgeschlossen. Und das, obwohl sie unter gefährlichen Arbeitsbedingungen tätig und während der COVID-19-Pandemie größeren Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind als andere – so können die meisten Kolleg*innen, die ohne Papiere arbeiten, nicht zu Hause bleiben. Arbeitende ohne Papiere haben zudem Angst, dass sie bei der Fremdenpolizei gemeldet werden, wenn sie erkranken und ärztliche Hilfe aufsuchen. 
 
UNDOK fordert daher jetzt und nach der Pandemie:
 
Voller Arbeitsmarktzugang für Asylwerber*innen
UNDOK fordert den vollen Arbeitsmarktzugang für alle, die einen Asylantrag gestellt haben – jetzt und nach der Pandemie. Die Erteilung einer Aufenthaltsberechtigung muss einen uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt inkludieren.
 
Zugang zu existenzsichernden Maßnahmen
Der Zugang zu Härtefallfonds und einer von NGOs geforderten Solidaritätsmilliarde, die in der Corona-Krise eingerichtet werden, muss allen Armutsbetroffenen, die in Österreich leben, offenstehen, unabhängig vom Aufenthaltsstatus. 
 
Gesundheitsversorgung für alle
Bei medizinischer Versorgung darf der Aufenthaltstitel nicht erhoben werden. Ohne Behandlung auch unversicherter Menschen wird die Eindämmung der Pandemie nicht gelingen.
 
Gesicherte Wohnverhältnisse schaffen
Es braucht daher zusätzliche Wohn- und Aufenthaltsräume für armutsbetroffene und wohnungslose Menschen. Zwangsräumungen müssen ausgesetzt werden.
 
Evakuierung von Geflüchtetenlagern
Die Heime und Lager hier und an den EU-Außengrenzen müssen evakuiert und sichere Unterbringungsmöglichkeiten für die Geflüchteten geschaffen werden.
 

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