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Kündigungen bei ATB Spielberg: Schwerer Schlag für Region

Corona-Krise wird vorgeschoben – Unternehmensleitung Schuld an Fehlentwicklungen
Als „schweren Schlag für eine ohnehin strukturschwache Region“ bezeichnet der Landesvorsitzende der PRO-GE Steiermark, Andreas Martiner, die heute bekannt gewordenen Kündigungen beim Antriebstechnikhersteller ATB in Spielberg. „ATB hat bis Ende Juni das Instrument der Kurzarbeit genutzt und die Verlängerung mit dem Betriebsrat ausverhandelt, beim AMS eingereicht wurde sie jedoch nicht. Hier wurde mit den Hoffnungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gespielt, heute hat man ihnen die Hiobsbotschaft überbracht. So geht man nicht mit ArbeitnehmerInnen um!“, kritisiert Martiner. „ATB ist ein weiteres Unternehmen, dass die staatlichen Unterstützungen ausgenützt hat und dann die Beschäftigten kündigt. Solchen Praktiken muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden“, sagt Martiner.
 
Land soll bei Investorensuche unterstützen
 
Der PRO-GE Landesvorsitzende appelliert an die steirische Landespolitik, nun alles zu tun, um die Arbeitsplätze in der Region zu erhalten und bei der Suche nach einem neuen Investor aktiv zu werden: „Die Investorensuche muss oberste Priorität haben. Sollte die Fortführung des Werkes nicht sichergestellt werden können, muss ein umfassender Sozialplan ausgearbeitet werden, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich abzusichern und zu unterstützen.“ 
 
Verlagerungen in Billiglohnländer zu erwarten
 
Für den Vorsitzenden des Arbeiterbetriebsrates bei ATB, Michael Leitner, haben die heute verlautbarten Kündigungen nichts mit der Corona-Krise zu tun, sondern es hat sich bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet, dass den Eigentümern der Wolong-Gruppe wenig am Standort Spielberg gelegen ist. „Der chinesische Investor hat bei der Übernahme versprochen, den Standort zu erhalten und zu erweitern. Das Gegenteil ist passiert, zugesagte Investitionen wurden nicht getätigt. Das Interesse der Eigentümer lag vielmehr darin, das Know-How des österreichischen Werkes dafür zu nutzen, um die Produktion in Billiglohnlohnländern auszubauen“, sagt Leitner. Der Betriebsrat habe in den vergangenen Jahren mehrfach auf die Fehlentwicklungen in Spielberg hingewiesen, die Unternehmensleitung habe jedoch keinerlei Interesse gezeigt, Verbesserungen am Standort Spielberg vorzunehmen. Es sei nun zu erwarten, dass die Produktion nach China, Polen oder Serbien verlegt wird.
 
PRO-GE steht an Seite der Beschäftigten
 
„ATB hat einen starken Betriebsrat, der für den Standort kämpft und den vollen Rückhalt der Belegschaft hat. Sollten gewerkschaftliche Maßnahmen ergriffen werden, wird die PRO-GE die bestmögliche Unterstützung garantieren“, betont der zuständige PRO-GE Sekretär Heribert Grasser. 

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