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Job-Kahlschlag: Gewerkschaft kritisiert weiter Swarovski

PRO-GE und AK fordern Verlagerungsstopp ins Ausland.

PRO-GE Tirol mahnt soziale Verantwortung gegenüber den MitarbeiterInnen ein

Nach dem angekündigten massiven Stellenabbau von bis zu 1.800 Beschäftigten beim Tiroler Kristallkonzern Swarovski hat eine vom Land Tirol eingesetzte Taskforce am 10. August eine Verlängerung des bestehenden Sozialplans um ein Jahr bis Ende 2021 und eine Aufstockung der Arbeitsstiftung um 500 Plätze verkündet. Zudem werde „garantiert“, dass niemand, der fünf Jahre vor der Regel- oder Korridorpension stehe, seinen Arbeitsplatz verliere.

Taskforce-Ergebnisse „nicht ausreichend“

Für Gewerkschaft und Arbeiterkammer sind die Ergebnisse der Taskforce aber noch nicht ausreichend. Vieles ist weiterhin unklar. So habe das Unternehmen nach wie vor nicht offengelegt, welche Bereiche vom Arbeitsplatzabbau betroffen sind. "Dies erschwert die weiteren Verhandlungen enorm", kritisiert ÖGB-Vorsitzender Philip Wohlgemuth.

Die geplante Erweiterung der bestehenden Arbeitsstiftung reiche nicht aus, betont wiederum Bernhard Höfler von der PRO-GE. "Oberstes Ziel muss der Erhalt der Arbeitsplätze sein, dazu braucht es unbedingt einen Verlagerungsstopp ins Ausland", sagt Höfler nach einer Analyse der Taskforce-Ergebnisse  am 12. August zur Tiroler Tageszeitung (TT).  Er fordert zusätzlich eine Dienstfreistellung bei voller Entgeltfortzahlung bis zum Pensionsantritt ab dem 55. Lebensjahr sowie die freiwillige Bezahlung aller notwendigen Nachtschwerarbeitsbeiträge.

Verlagerung der Konzern-Zentrale?

Ins gleiche Horn wie Höfler stößt der Tiroler AK-Präsident Zangerl, denn über Strategien, wie man den Standort nachhaltig sichern wolle, sei nichts bis wenig bekannt. Vielmehr befürchtet Zangerl, dass die Konzern-Zentrale bald nicht mehr in Wattens sein werde: "Dass das Land viel für das Unternehmen getan hat, wird wohl keiner wegdiskutieren wollen, umgekehrt schaut die Situation jetzt anders aus. Die Fäden werden nicht mehr in Tirol gezogen, die Konzern-Zentrale wandert jetzt in die Schweiz, vermutlich, da sich die Manager dann die Wege ins ausgedünnte Wattens sparen können."

Laut TT haben bereits jetzt mehrere Swarovski-Gesellschaften ihren Sitz in der Schweiz oder in Liechtenstein. Kritik an der Vorgangsweise der Geschäftsführung rund um Manager Robert Buchbauer übte zuletzt auch ein Mitglied der Familie Swarovski. Die Familie sei "bestürzt über kolportierte Pläne für unseren Stammsitz", meinte Paul Swarovski, Vater von Victoria und Paulina Swarovski, gegenüber der APA. Auch er sprach von einer "allfälligen Verlagerung des Standortes Wattens".

Die Kern-Forderungen der Produktionsgewerkschaft Tirol:

  • Erhalt der Arbeitsplätze
  • Verlagerungsstopp ins Ausland
  • Dienstfreistellung bei voller Entgeltfortzahlung bis zum Pensionsantritt für ArbeitnehmerInnen ab dem 55. Lebensjahr
  • Freiwillige Bezahlung aller notwendigen Nachtschwerarbeitsbeiträge für alle anspruchsberechtigten ArbeitnehmerInnen (Sonderruhegeld mit 57 / mit 15 Jahren Nachtschwerarbeit in den letzten 30 Jahren)
  • Neue innovative Arbeitszeitverkürzungsmodelle mit fix implementierten Qualifizierungsmaßnahmen
  • Transparente Darstellung der Investitionen in den Produktionsstandort Wattens

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