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Kritik an ATB-Eigentümer: Sanierungsverfahren dient der Standortschließung

Aufforderung an Bundeskanzler und Finanzminister, gegen solche Praktiken vorzugehen
Hunderte Menschen zeigten sich am 24. August mit den ATB-MitarbeiterInnen solidarisch.
Menschen demonstrieren vor dem ATB Werk in Spielberg Hunderte Menschen zeigten sich am 24. August mit den ATB-MitarbeiterInnen solidarisch.
Am Montagvormittag protestierten rund 250 ehemalige Beschäftigte und TeilnehmerInnen aus der Region vor dem ATB-Gelände gegen die Schließung des Produktionsstandortes in Spielberg. Enttäuschung und Wut über die Vorgangsweise des chinesischen Eigentümers Wolong war den ProtestteilnehmerInnen ins Gesicht geschrieben. Zeitgleich ist seit Vormittag im Werk die Betriebsversammlung wieder aufgenommen worden. Diese wird von Seiten der Geschäftsführung durchgeführt, um Kündigungen auszusprechen. Wolong hat ein so genanntes Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt, bei dem 360 von 400 MitarbeiterInnen gekündigt werden. Die Produktionsmaschinen sollen wiederum zu anderen ATB-Standorten nach Polen und Serbien abtransportiert werden. Dies wurde vom Konkursgericht kürzlich bestätigt. Betriebsrat, Gewerkschaften und Arbeiterkammer haben daraufhin einen Rekurs gegen die Entscheidung des Konkursrichters beim Oberlandesgericht eingebracht. 
 
SteuerzahlerInnen finanzieren Verlagerung der Produktion mit
 
Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp fordern nun auch Bundeskanzler und Finanzminister - zweiterer ist für den Insolvenzbereich zuständig - auf, endlich gegen diese Praktiken des Eigentümers aufzutreten. „Dieses Sanierungsverfahren in Eigenverantwortung ist in Wahrheit eine knallharte Schließung und eine Arbeitsplatzvernichtung. SteuerzahlerInnen werden zusätzlich noch die Verlagerung der Produktion mitfinanzieren. Es kann doch nicht im Sinne des Staates sein, dass Eigentümer stärker geschützt werden als Beschäftigte und die Allgemeinheit“, kritisierten die steirischen Gewerkschafter Hubert Holzapfel (PRO-GE) und Christian Jammerbund (GPA-djp) bei der Protestkundgebung in Spielberg.
 
Insolvenz verhindert Sozialplan
 
Aus Sicht der Gewerkschaften muss das gewählte Sanierungsverfahren auch sicherstellen, dass der Produktionsstandort in Spielberg erhalten bleibt. Dies sei aber nicht gegeben. Die Ankündigung der Unternehmensgruppe etwa 40 Arbeitsplätze für Forschung und Entwicklung in Spielberg zu halten, ist für die Gewerkschaften eine reine Augenauswischerei. Vielmehr deutet alles darauf hin, dass eine kostengünstige Schließung des Standortes und eine Verlagerung der Maschinen und Anlagen von langer Hand geplant wurde. „Das Sanierungsverfahren wird vom Konzern knallhart ausgenützt, um eine kostengünstige Standortpolitik zu betreiben. Was mit ATB in Spielberg und mit den betroffenen ArbeitnehmerInnen passiert, ist schlicht eine Sauerei. Aufgrund der Insolvenz ist es derzeit nicht einmal möglich, einen Sozialplan für die ArbeitnehmerInnen abzuschließen“, betonten Holzapfel und Jammerbund und forderten weiter, dass mit möglichen Investoren für den Standort seriöse Gespräche aufgenommen werden.

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