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MAN Steyr: Vertrag zu Standortsicherung wurde gekündigt

Betriebsrat kämpferisch und zuversichtlich

Zehn Jahre vor ihrem geplanten Auslaufen hat der Lkw- und Bushersteller MAN eine Vereinbarung zur Standort- und Beschäftigungssicherung gekündigt. Auch das Werk im oberösterreichischen Steyr ist betroffen. Das zum VW-Konzern gehörende Unternehmen will mit dem Ziehen einer sogenannten Schlechtwetterklausel den bereits angekündigten Abbau von 9.500 der rund 36.000 Stellen vorantreiben.

Erich Schwarz, Arbeiterbetriebsrat bei MAN in Steyr, gibt sich „kämpferisch und zuversichtlich.“ In einem ersten Schritt wolle man rechtliche ergreifen. Da die Standort- und Beschäftigungsverträge erst 2018 in München und ein Jahr später in Steyr unterschrieben wurden, müsse man sich fragen, ob diese kündbar seien und ob MAN mit der Schlechtwetterklausel aussteigen dürfe.

Nun will der Betriebsrat in Gesprächen mit dem Vorstand ausloten, inwieweit dieser zu Änderungen bereit sei. Derzeit gehe es bei MAN um Restrukturierungen aufgrund neuer Antriebstechnologien, die durch den Klimawandel notwendig werden. Die drastischen Schritte, die nun eingeleitet wurden, sind laut Schwarz aber nicht zielführend. Er geht davon aus, die Werksschließung abwenden zu können. Immerhin sei der ganze Konzern in sich sehr abhängig. Produziere ein Werk einen Tag lang nicht, dann stehe der ganze Konzern.

Konzernbetriebsrat ortet Kulturbruch

Der MAN-Konzernbetriebsratsvorsitzende Saki Stimoniaris bezeichnete den Schritt der Firmenleitung als "Kulturbruch" und kündigte starken Widerstand an. "Wir haben kein Interesse an Eskalation, sagen aber auch klar, dass wir für unsere Rechte kämpfen werden", sagte Stimoniaris. Er bezeichnete den Schritt der Konzernspitze als Fehler. "Wer einen Vertrag zehn Jahre vor Ablauf kündigt, ohne Alternativen ausgelotet zu haben, sollte sich genau überlegen, was er damit auslöst."

Angriff auf Volkswagenfamilie

Der Konzernbetriebsratschef der MAN-Mutter Volkswagen wählte ebenfalls deutliche Worte. "Es handelt sich hierbei um einen Angriff auf die gesamte Volkswagen-Familie", sagte Bernd Osterloh. "Eine solche Vorgehensweise wird nicht ansatzweise zum Erfolg führen. Daher werden wir im Laufe der Verhandlungen dafür sorgen, dass die umfangreiche Beschäftigungssicherung wieder in Kraft tritt." Osterloh sprach von einem "fatalen Signal nach innen und außen".

 

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