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Feinkostsektor: Arbeitgeber verweigern 1.500 Euro Mindestlohn!

Erwin Kinslechner fordert von den Arbeitgebern Fairness für die Beschäftigten.
Erwin Kinslechner fordert von den Arbeitgebern Fairness für die Beschäftigten.

Das nächste schwere Foul der Wirtschaftskammer bei Kollektivvertragsverhandlungen betrifft nun den Nahrungssektor. Bei den Lohnverhandlungen am 15. April wurden den rund 4.000 ArbeiterInnen im Feinkost- und Fischgewerbe sowie in der Feinkostindustrie Lohnerhöhungen verweigert, obwohl der Sektor auch während der Corona-Pandemie sehr gut verdient hat. 

Abtausch für zugesagten Mindestlohn gefordert

Eine bereits 2020 getroffene schriftliche Vereinbarung zur Erreichung des 1.500 Euro Mindestlohnes wird nun plötzlich mit der Beibehaltung von kürzeren Kündigungsfristen verknüpft. Der Feinkostsektor soll gänzlich zur Saisonbranche werden, damit die gesetzliche Angleichung der Kündigungsfristen von ArbeiterInnen an das Niveau der Angestellten ab 1. Juli nicht wirkt. So sind im Feinkostgewerbe zum Beispiel Fristen bei Arbeitgeberkündigung von einer Woche (bei bis zu sechs Monaten Beschäftigung) und zwei Wochen (bei einer Beschäftigung von bis zu fünf Jahren) vorgesehen. Ab 1. Juli wären diese Fristen deutlich länger. 

PRO-GE fordert Fairness

Der Feinkostsektor produziert viele Spezialitäten für den Handel, von traditionellen Gabelbissen und Teufelsrollern bis zu Hummus. Auch werden unter anderem Salate und Sandwiches für den Verkauf vorgefertigt. „Der Preisdruck  im Lebensmittelhandel soll wieder einmal auf die ArbeiterInnen im Produktionsbereich abgewälzt werden. Die bereits zugesagte Erhöhung des Mindestlohnes jetzt an Bedingungen zu knüpfen, ist ein schweres sozialpartnerschaftliche Foul “, sagt Branchenexperte Erwin Kinslechner von der PRO-GE. Der KV-Verhandler fordert von den Arbeitgebern Fairness für die Beschäftigten, die Umsetzung von 1.500 Euro als Mindestlohn sowie eine Erhöhung von 1,6 Prozent für alle Lohngruppen. Derzeit gibt es keinen weiteren Verhandlungstermin.

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