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Südostasien: Mehr Gesundheitsschutz und Sicherheit für TextilarbeiterInnen

Nach Rana Plaza-Einsturz 2013 abgeschlossene Vereinbarung wird verlängert und erweitert

Nach einem halben Jahr intensiver Verhandlungen tritt mit 1. September 2021 eine neue rechtsverbindliche Vereinbarung für Gesundheit und Sicherheit in der Textilherstellung in Kraft. Der Vertrag gilt für 26 Monate und wurde abgeschlossen zwischen VertreterInnen des internationalen Textilhandels und der Gewerkschaftsdachorganisationen IndusrtiALL Global Union und UNI Global Union. Mehr als 90 Textil-, Bekleidungs- und Sportartikel haben mittlerweile die Vereinbarung unterzeichnet und sich damit verpflichtet, für die Gesundheit und Sicherheit der Arbeiterinnen und Arbeiter in ihren Lieferketten zu sorgen.

Das neue Übereinkommen setzt den 2013 maßgeblich von der damaligen stv. IndustriALL-Generalsekretärin und heutigen PRO-GE PensionistInnenvorsitzenden Monika Kemperle ausverhandelten und 2018 verlängerten Vertrag über Feuer- und Gebäudesicherheit in Bangladesch fort. Zustandekommen war dieses unter dem Eindruck des Einsturzes des Rana Plaza-Gebäudes, bei dem am 23. April 2013 mehr als 1.100 Menschen, der Überwältigende Großteil Textilarbeiterinnen, ums Leben kamen. Erstmals hatten sich damals die großen Textil- und Sportartikelhersteller verpflichtet, Verantwortung für die Sicherheit auch in ihren Zulieferbetrieben in Bangladesch zu übernehmen.

Der neu abgeschlossene "International Accord on Health and Safety in the Textile and Garment Industry" erweitert die bisher geltende Übereinkunft nun von der reinen Feuer- und Gebäudesicherheit auf die generelle Gesundheit und Sicherheit der Arbeiterinnen und Arbeiter. Zusätzlich soll der Geltungsbereich auf weitere Länder ausgebaut werden. Machbarkeitsstudien wurden unmittelbar nach Unterzeichnung gestartet und zumindest ein weiteres Land soll in den nächsten zwei Jahren in den Vertrag einbezogen werden. Die Eckpfeiler des bestehenden Übereinkommens wie die Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit, die gemeinsame Steuerung durch Gewerkschaften und Firmen, ein hoher Grad von Transparenz, Programme zur Ausbildung von Sicherheitsvertrauenspersonen und zur Steigerung des Sicherheitsbewusstseins der Beschäftigten und vertrauenswürdiger, unabhängiger Beschwerdemechanismus wurden übernommen und um Maßnahmen zur effizienteren Umsetzung ergänzt.

"Diese internationale Vereinbarung ist ein bedeutender Erfolg, um die Textil- und Bekleidungsindustrie sicher und nachhaltig zu machen", gratulierte IndustriALL Generalsekretär Valter Sanchez den in der Branche tätigen Mitgliedsgewerkschaften, speziell jenen in Bangladesch, für ihren Einsatz für ein verbindliche Bekenntnisse seitens der Industrie. "Jetzt liegt es an den Textil- und Bekleidungsfirmen ihre Verantwortung wahrzunehmen und sich der Vereinbarung anzuschließen."

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