www.proge.at

Stiegl Betriebsrat feiert 100-jähriges Jubiläum

Die Stieglbrauerei kann auf eine über 500 Jahre alte Geschichte zurückblicken. Dass der Salzburger Traditionsbetrieb auch in Sachen innerbetriebliche Demokratie eine bewegte Geschichte hat, ist weniger bekannt. Deshalb feierte der Stiegl Betriebsrat gerade sein 100-jähriges Bestehen.
Betriebsratsvorsitzende Thom Kinberger und Birgit Siller
Bierfuhrwerk in den 1920er Jahren
Thom Kinberger und Birgit Siller mit AK Salzburg-Präsident Peter Eder
Betriebsratsvorsitzende Thom Kinberger und Birgit Siller
Bierfuhrwerk in den 1920er Jahren
Thom Kinberger und Birgit Siller mit AK Salzburg-Präsident Peter Eder

„Die älteste Erwähnung des Stiegl Betriebsrates findet sich auf einem Dokument aus dem Jahre 1921. Die Sozialpartnerschaft hat uns durch Wirtschaftskrisen und sogar Weltkriege gebracht hat. Da passt unser Jubiläum perfekt in die Zeit, weil sich unsere Gesellschaft gerade spürbar im Wandel befindet. Mir ist es wichtig, unserer Belegschaft damit Sicherheit zu vermitteln“, informiert Betriebsratsvorsitzender Thom Kinberger. 

Sicherheit für die Belegschaft

Tatsächlich begann die Geschichte der organisierten Brauerei-Arbeiter schon Jahre früher. Die „Salzburger Wacht“ von 1906 berichtet von Lohnverhandlungen und im „Salzburger Volksblatt“ von 1907, wird ein Streik der Stiegler „Biersieder“ dokumentiert, der sogar die Wachstube des K+K Gendarmarie Postens Maxglan alarmierte. 

Harte Arbeiter, Streitschriften, Kriegskorrespondenz und Gewerkschaftsverhandlungen finden sich im Archiv des Betriebsrates. Aber auch soziale Aktivitäten wurden aufgezeichnet. Die Unterstützung von Witwen und Waisen, Kriegsflüchtlingen und auch „Freiwillige Spenden an die Kollegenschaft Müllnerbräu“ sind dokumentiert.

Der soziale Aspekt ist enorm wichtig

„Der soziale Aspekt war uns immer wichtig. Deshalb gibt es bei Stiegl Unterstützung für medizinischen Kosten, eine Betriebspension und sogar ein Stiegl finanziertes Urlaubsangebot für unsere Belegschaft“, berichtet Betriebsratsvorsitzende Birgit Siller. 

Der Stiegl Betriebsrat kann stolz darauf verweisen, dass mit Birgit Siller die allererste Frau einer österreichischen Brauerei dem Betriebsrat vorsitzt! „Anfangs war es nicht leicht, in der Männerwelt als Frau die Zügel in die Hand zu nehmen. Mit Ehrlichkeit, Vertrauen und Glaubwürdigkeit ist vieles zu schaffen und dabei spielt das Geschlecht sowieso keine Rolle.“, blickt Siller auf ihre bisherige Betriebsratstätigkeit zurück.  

„Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber der Geschichte bewusst und verbinden Tradition mit Fortschritt. Deshalb haben wir zum Andenken an unser Jubiläum einen außergewöhnlichen Jubiläumskrug für jede Stieglerin und jeden Stiegler anfertigen lassen. Wir sind sehr stolz und dankbar auf unsere gemeinsamen Erfolge.“, stimmt Kinberger mit ein. 

Zum Anlass bekommen alle Mitarbeiter der Stieglbrauerei einen exklusiven Jubiläumskrug. Mitgefeiert haben nicht nur die amtierenden und ehemaligen Betriebsräte, sondern auch Ehrengäste aus Arbeiterkammer und Gewerkschaft, allen voran Arbeiterkammerpräsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder. Ein besonderes Zeichen der Wertschätzung war die Festrede von Stiegl Eigentümer Heinrich Dieter Kiener.

Das könnte Sie auch interessieren

19.10.2021

Gewerkschaften fordern 3,2 Prozent für Großbrauereien

Arbeitgeber nicht verhandlungsbereit
05.10.2021

KV Bäckergewerbe: Löhne werden um 2,11 Prozent erhöht

Neuer Mindestlohn: 1.556,40 Euro
23.09.2021

Großbäcker: KV-Löhne werden um 2,11 Prozent erhöht

Neuer Mindestlohn: 1.678,31 Euro
23.08.2021

Mühlenindustrie: Durchschnittliche Lohnerhöhung von 2,47 %

Der neue kollektivvertragliche Mindestlohn beträgt 2.019,22 Euro.
05.08.2021

KonditorInnen Salzburg: Ausbildung auch in schwierigen Zeiten

KV-Abschluss als starkes Zeichen für Fachkräfteausbildung: +7,53 Prozent im 1. Lehrjahr
Newsletterauswahl

PRO-GE Newsletter

Geschlecht
Geschlecht:
Name

Mit dem Absenden dieses Formulars stimme ich der Verarbeitung meiner eingegebenen personenbezogenen Daten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.