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Hitzebelastung: Wir fordern Verbesserungen für MonteurInnen!

Temperaturen über 30 Grad werden immer häufiger und über längere Zeiträume auftreten. ArbeitnehmerInnen leiden unter diesen hohen Temperaturen, weil sie oft keine Handlungsspielräume haben, der Hitze zu entkommen. Die PRO-GE fordert dringend Verbesserungen beim Arbeitsschutz und im Arbeitszeitgesetz.
Michael Preyss, Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrats bei ELIN GmbH.
Michael Preyss, Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrats bei ELIN GmbH.
Ein Fünftel aller ArbeitnehmerInnen gibt an, von Hitze am Arbeitsplatz betroffen zu sein, wie Daten der Statistik Austria zeigen. "Tausende ArbeitnehmerInnen müssen im Freien schwere körperliche Arbeit leisten, und dies oftmals bei Temperaturen weit über 30 Grad. Viele von ihnen müssen acht Stunden in Arbeits- und Schutzkleidung in der prallen Sonne aushalten. Für sie gibt es keine Regelungen, wie sie der Hitze entgehen können", betont Alois Stöger, leitender Sekretär der PRO-GE, und nennt als Beispiel MonteurInnen.  Die PRO-GE fordert daher dringend, den ArbeitnehmerInnenschutz und das Arbeitszeitgesetz anzupassen, denn ein Körper unterscheidet nicht zwischen Hitze verursacht durch Sonne oder durch Arbeitsvorgänge. Ab einer Temperatur von mehr als 32,5 Grad im Schatten sollten zusätzliche bezahlte Arbeitspausen in gekühlten Räumlichkeiten ermöglicht oder sollte der Arbeitstag verkürzt werden. Ebenso müsse der Zugang zur Schwerarbeitspension für Menschen erleichtert werden, die häufig bei Hitze im Freien arbeiten.
 
Unfall-  und Verletzungsgefahr steigt
 
Auch Michael Preyss, Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrats bei ELIN GmbH, fordert Verbesserungen gerade für MonteurInnen, denn bei Hitze steige auch die  Verletzungs- und Unfallgefahr. 
 
Wie betrifft euch das Arbeiten bei Hitze?
Michael Preyss: Unsere MonteurInnen arbeiten viel im Außenbereich und sind dort jedem Wetter ausgesetzt: auf Großbaustellen von Bürogebäuden, Krankenhäusern oder Einkaufszentren bei Betoneinlegearbeiten, bei der Montage von Straßenbeleuchtungen oder Signalfeuern auf Flughäfen oder bei der Errichtung und Instandhaltung von Freileitungsbauten und Sendemastanlagen. Schutzausrüstung wie Helm, lange schnittfeste Kleidung, (hohe) Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen, Schutzbrille und Handschuhe erschweren das Arbeiten bei Hitze zusätzlich.
 
Was sind die Folgen?
Da oft kritische Infrastruktur betroffen ist, sind diese Arbeiten zusätzlich unaufschiebbar und unter großem Zeitdruck durchzuführen. Entkommen können die ArbeiterInnen der Hitze unter solchen Bedingungen kaum, sie werden schneller müde und die Verletzungs- und Unfallgefahr steigt, von den anderen gesundheitlichen negativen Folgen gar nicht zu reden.
 
Welche  Regelungen sollte es geben?
Wir brauchen festgeschriebene Pausen in einem klimatisierten Raum oder Fahrzeug, ausreichend Getränke seitens der Firma, es sollte Schulungen geben, was Hitze bewirkt und wie man sich schützen kann, und Punkte des Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetzes sollten auch in anderen Kollektivverträgen oder in einem Generalkollektivvertrag übernommen werden. Gerade vor dem Hintergrund fehlender Arbeitskräfte ist es unbedingt nötig, den Arbeitsschutz bei Hitzebelastung zu verbessern.
 
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