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Nur bessere Arbeitsbedingungen sorgen für höhere Frauenpensionen

Arbeitsmarkt auf Anhebung des Frauenpensionsantrittsalters nicht vorbereitet
"Die Aussage von PVA-Direktor Winfried Pinggera im heutigen ORF-Morgenjournal, wonach Frauen durch das höhere Pensionsantrittsalter auch eine höhere Pension erhalten, muss mehr als kritisch gesehen werden", meint die Bundesvorsitzende der PRO-GE Frauen, Klaudia Frieben. "Frauen können nur dann eine höhere Pension erreichen, wenn alternsgerechtes Arbeiten ermöglicht wird. Die Unternehmen müssen in die Pflicht genommen werden, diese Arbeitsbedingungen zu schaffen", so Frieben.
 
"Viele Frauen, die in der Produktion arbeiten, sind bereits weit vor dem eigentlichen Antrittsalter gesundheitlich beeinträchtigt und nicht mehr in der Lage, körperlich anstrengende Tätigkeiten auszuführen. Für diese Frauen gibt es keine Ersatzarbeitsplätze, sondern meist bleibt nur der Weg in die Arbeitslosigkeit, wenn für eine Pension keine Voraussetzungen gegeben sind", erläutert die Gewerkschafterin.
 
Teilzeit und Erwerbsunterbrechungen
 
Darüber hinaus habe die Regierung mit dem schrittweisen Auslaufen der geblockten Variante der Altersteilzeit Frauen eine weitere Möglichkeit genommen, sozial abgesichert vorzeitig aus dem Arbeitsprozess auszuscheiden. "Die Anhebung des Pensionsantrittsalters bedeutet nicht unbedingt auch eine höhere Pension, wenn es für Frauen ab einem bestimmten Alter keine Beschäftigung mehr gibt. Politik und Wirtschaft sind gerade jetzt massiv gefordert, die Voraussetzungen zu schaffen, Frauen länger zu beschäftigen, um sie vor Altersarmut zu schützen", fordert Frieben.
 
Auch die Lebensdurchrechnung wirke sich negativ auf die Frauenpensionen aus, da viele Frauen längere Teilzeitphasen und Erwerbsunterbrechungen aufgrund schlechter Rahmenbedingungen in Kauf nehmen mussten. "Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor nicht vorbereitet auf ältere Frauen, die ab 2024 jeweils ein halbes Jahr länger arbeiten müssen und das Pensionsrecht ist nicht vorbereitet für Frauen, die ihre Erwerbsverläufe nicht mehr ändern können", sagt die Frauenvorsitzende. Es werde daher noch viele Anstrengungen brauchen, damit sich der Gender Pension Gap schließt.
 
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