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NEIN zu Gewalt gegen Frauen!

Von 25. November – dem internationalen Gedenktag für alle Frauen und Mädchen die Opfer von Gewalt wurden – bis 10. Dezember – dem internationalen Tag der Menschenrechte findet der Aktionszeitraum „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ statt. Dieser Aktionszeitraum wird weltweit genutzt, um das Ausmaß und die verschiedenen Ausprägungen von Gewalt gegen Frauen zu thematisieren.

Gewalt gegen Frauen passiert täglich, quer durch alle Gesellschaftsschichten. Frauen müssen davor bestmöglich geschützt werden – ob in den eigenen vier Wänden, am Arbeitsplatz oder im öffentlichen Raum.

Gewalt gegen Frauen ist eine Frage von Macht – meist sind die Täter die (Ex-)Partner. Gewalt in der Privatsphäre ist unabhängig von sozialen Schichten und ethnischer Herkunft. Frauenorganisationen weisen seit Jahrzehnten darauf hin, dass Gewalt gegen Frauen System hat. Jede vierte bis fünfte Frau ist mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen. Betroffene schweigen aus Scham, Opfer geworden zu sein und wissen auch nicht, welche Rechte sie haben, um sich und ihre Kinder zu schützen. Gewalt im häuslichen Bereich tritt in unterschiedlichen Erscheinungsformen auf:

  • Körperliche Gewalt
    Stoßen, treten, schlagen, boxen, mit Gegenständen werfen, an den Haaren ziehen, mit den Fäusten prügeln, den Kopf gegen die Wand schlagen, mit Zigaretten verbrennen, Attacken mit Waffen usw. bis hin zum Mordversuch oder Mord.
  • Sexualisierte Gewalt
    Sexueller Missbrauch, Vergewaltigung, Sexuelle Bedrohung, Sexuelle Belästigung und Nötigung, Versuchte Vergewaltigung, erzwungene Abtreibung, Genitalverstümmelung, Zwangsehe, Zwang zur Prostitution.
  • Psychische und emotionale Gewalt
    Drohung, Beschuldigung, Demütigung, Erniedrigung, Einschüchterung, ständige Kontrolle, Essensentzug, Psychoterror.
  • Soziale Gewalt
    Soziale Isolation, Kontrolle aller Kontakte, Kontaktverbote, Einsperren.
  • Ökonomische Gewalt
    Arbeitsverbot, Arbeitszwang, Kontrolle des Einkommens, Geld verweigern und wegnehmen, Verweigerung des Kontozuganges.
  • Belästigung und Terror (Stalking)
    Ständige Anrufe, Anrufe mitten in der Nacht, Drohbriefe, Bespitzelung und Verfolgung am Arbeitsplatz und zu Hause.

Gerade in den letzten Monaten häufen sich die Femizide (Frauenmorde). Frauen werden ermordet, wenn sie sich aus einer gewalttätigen Beziehung befreien wollen und die Scheidung einreichen, weil sie ihre Kinder schützen und sie endlich den Mut finden eine Anzeige zu erstatten und in ein Frauenhaus flüchten. Die Zeit der Trennung und Scheidung ist für viele Frauen gefährlich. Hier geschehen die meisten Beziehungstaten aus verletztem Stolz der Täter über ihren Verlust. In dieser Zeit dürfen Frauen nicht alleine gelassen werden und brauchen Schutz und fachliche Begleitung.

Seit 1997 gibt es das Gewaltschutzgesetz als rechtliche Grundlage zum Schutz vor Gewalt in der Privatsphäre. Erst dieses Gesetz hat es möglich gemacht, vonseiten der Polizei im Falle eines Übergriffes einzuschreiten, viele gefährdete Frauen zu schützen und so gewalttätige Beziehungen zu beenden.

Österreich hat sich darüber hinaus zur Ratifizierung der Istanbul-Konvention bekannt, einem Übereinkommen des Europarates, wonach in allen europäischen Mitgliedsstaaten häusliche Gewalt verboten wird. Um dieses Abkommen umzusetzen, sind aber umfangreiche Geldmittel notwendig, um echten Gewaltschutz zu gewährleisten. Notwendig ist die finanzielle Absicherung von Frauenhäusern und Beratungsstellen, aber auch der Fokus auf Prävention und Täterarbeit. Dazu gehört auch der Ausbau von Schulungsprogrammen in der Exekutive und Justiz.

Die PRO-GE Frauen informieren bereits seit vielen Jahren mit der Broschüre „Gewalt gegen Frauen – das Gewaltschutzgesetz“ BetriebsrätInnen und Betroffene über ihre Möglichkeiten und vor allem ihre Rechte. Die Broschüre ist nach wie vor verfügbar und kann in gedruckter Form – auch in größerer Anzahl für Betriebe - in der PRO-GE Bundesfrauenabteilung unter frauen@proge bestellt werden.

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