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#MeatTheStandards

Effat-Kampagne für mehr Fairness im Fleischsektor gestartet

#MeatTheStandards heißt eine neue Kampagne der Europäischen Gewerkschaftsföderation für den Landwirtschafts-, Nahrungsmittel- und Tourismussektor (EFFAT), die im Rahmen eines Treffens des EFFAT-Exekutivkomitees am 13. und 14. in Wien ins Leben gerufen wurde. Die Ziele der Kampagne sind die Mitgliederrate zu erhöhen und die gewerkschaftliche Vertretung in der Fleischverarbeitung zu stärken, Löhne und Arbeitsbedingungen durch Kollektivverträge zu verbessern und den Anliegen von Fleischarbeiterinnen und -arbeitern in der öffentlichen Diskussion Gehör zu verschaffen.

Ausbeuterische Arbeitsbedingungen

Mit rund 32.000 Unternehmen und einem Umsatz von hunderten Millionen Euro ist der Fleischsektor in Europa eine hochprofitable Branche. Circa eine Million Menschen ist darin tätig, von denen allerdings nur ein geringer Anteil direkt beschäftigt sind. Bezüglich der Arbeits- und Lebensbedingungen hat sich die Fleischverarbeitung einen ausgesprochen schlechten Ruf erarbeitet: Niedrige Löhne, lange und teils unbezahlte Arbeitszeiten, schlechte Sicherheitsstandards, unzureichende soziale Absicherung, überfüllte Quartiere und Jobunsicherheit gehören zu den Schwierigkeiten, denen ArbeiterInnen im Fleischsektor europaweit ausgesetzt sind.

Missbräuchliche Geschäftsmodelle

Die harschen Zustände sind Konsequenz eines Geschäftsmodells, das nur auf Minimierung von Kosten und Arbeitgeberverantwortung abzielt und dafür auf betrügerisches Subunternehmertum, Scheinselbständigkeit und missbräuchliche Leiharbeit setzt. Während der Covid-19-Pandemie gipfelten die Probleme in einer Infektionswelle mit fast 30.000 FleischarbeiterInnen, die sich am Arbeitsplatz mit dem Coronavirus ansteckten.

Gemeinsam für echte Reformen

EFFAT und die globale Dachorganisation der Nahrungs- und Genussmittelgewerkschaften IUL starten daher gemeinsam einen Aufruf zu ernsthaften Reformen des Sektors, um den Arbeiterinnen und Arbeitern in der Fleischverarbeitung zu anständigen Arbeitsbedingungen zu verhelfen. "Bei #MeatTheStandards kommen alle Mitgliedsgewerkschaften zusammen mit einem gemeinsamen dringlichen Anliegen: Den Fleischsektor auf Europäischer Ebene durch eine langfristige Strategie, die sich auf verbindliche Gesetzgebungsinitiativen, gestärkte Kollektivvertragsrechte und volle einbindung der Sozialpartner auf nationaler und europäischer Ebene setzt, in Ordnung zu bringen", erklärt EFFAT-Generalsekretär Kristjan Bragason.

Volle Solidarität der PRO-GE

Die Kampagne erfährt selbstverständlich auch die volle Unterstützung der Produktionsgewerkschaft. "Der grenzüberschreitende Austausch hat sich für uns schon bisher als sehr wertvoll erwiesen und ich freue mich, die internationale Zusammenarbeit im Fleischsektor jetzt zu erweitern und zu intensivieren", sagt PRO-GE Branchensekretär Erwin Kinslechner. Vor allem in der Etablierung länderübergreifender gewerkschaftlicher Strukturen wie Europäischer Betriebsräte sieht Kinslechner einen Schlüssel für echte Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. "Der Marktmacht der europaweit oder sogar global agierenden Fleischunternehmen können wir nur erfolgreich entgegentreten, wenn wir auch auf Gewerkschaftsseite über nationale Grenzen hinweg gemeinsam entschlossen agieren."

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