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Lederindustrie: Warnstreiks beschlossen – Streikfreigabe erteilt

Beschäftigte bei Betriebsversammlungen einstimmig für Kampfmaßnahmen
In drei Betriebsversammlungen haben die ArbeiterInnen für Warnstreiks in der Lederindustrie gestimmt.
Betriebsversammlung bei Boxmark in Feldbach. Große Gruppe von Arbeiterinnen und Arbeitern vor dem Betriebsgebäude. In drei Betriebsversammlungen haben die ArbeiterInnen für Warnstreiks in der Lederindustrie gestimmt.
Am Donnerstag wurde bei Boxmark in Feldbach die letzte von drei Betriebsversammlungen in der Lederindustrie abgehalten. „Die teilnehmenden Beschäftigen haben bei allen Betriebsversammlungen hohe Kampfbereitschaft gezeigt und sich einstimmig für Warnstreiks im Jänner ausgesprochen. Nachdem auch die sechste Verhandlungsrunde ohne Ergebnis abgebrochen wurde, ist der Geduldsfaden der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nun gerissen“, unterstreichen die Verhandler der Arbeitnehmerseite Gerald Kreuzer (PRO-GE) und Albert Steinhauser (GPA). Auch vonseiten des ÖGB wurde mittlerweile die Streikfreigabe erteilt. 
 
Respektloses Verhalten der Arbeitgeber
 
„Die Arbeitgeber haben in den bisherigen Verhandlungen ein respektloses Verhalten an den Tag gelegt. Die zuletzt angebotene Lohn- und Gehaltserhöhung von 2,5 Prozent und die Verweigerung eines Mindestlohns von 1.500 Euro vor Ende 2023 sind ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten. Dieses Angebot liegt deutlich unter der Inflation und würde nicht einmal den Verlust der Kaufkraft der Beschäftigten ausgleichen“, so Kreuzer und Steinhauser, die in diesem Zusammenhang auch an die Sozialpartnervereinbarung aus dem Jahr 2017 erinnern, in der die Umsetzung des Mindestlohnes von 1.500 Euro brutto bis 2020 in allen Branchen vorgesehen ist. Darüber hinaus hat es im Jahr 2020 keinen Lohn- und Gehaltsabschluss gegeben, da die Arbeitgeber auch damals die Verhandlungen verzögert und torpediert haben. Die Arbeitnehmer fordern daher eine Lohnerhöhung von 3,6 Prozent sowie die Einführung des Mindestlohnes von 1.500 Euro bis Mitte 2022. 
 
„Den Arbeitgebern wurden ausreichend Chancen für faire Verhandlungen eingeräumt, die sie nicht ergriffen haben. Es bleibt zu hoffen, dass sie nun die stille Zeit nutzen, um in sich zu gehen und sich der sozialen Verantwortung bewusst werden, die sie ihren MitarbeiterInnen gegenüber tragen“, sagen Kreuzer und Steinhauser. 
 
 

Gerald Kreuzer, Fachexperte der PRO-GE, über die aktuelle Situation in der Lederindustrie.

 

Die ledererzeugende Industrie in Österreich besteht aus dem Unternehmen Boxmark Leder mit Standorten im steirischen Feldbach und im burgenländischen Jennersdorf sowie dem steirischen Unternehmen Wollsdorf Leder. Insgesamt stellen an diesen Standorten rund 1.500 Beschäftigte Produkte für viele Premiumkunden aus der Automobil-, Luftfahrt-, Bahn- und Möbelindustrie her.

 

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