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Die Corona-Krise aus Sicht der Betriebsräte

AK Oberösterreich befragte fast 500 Betriebsratsvorsitzende zu Kurzarbeit und wirtschaftlichen Perspektiven

Kurzarbeit schützt vor Kündigungen, ist aber mit finanziellen Einbußen verbunden, optimistische Wirtschaftsaussichten und eine ambivalente Einstellung zum Homeoffice - das ergab eine Befragung von 492 Betriebsratsvorsitzenden durch das Institut für Sozialwissenschaften (ISW) im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich. Die Krise habe gezeigt wie wichtig ein Betriebsrat sei, folgerte der Präsident der AKOÖ, Johann Kalliauer. Es brauche daher wirksameren Schutz bei der Gründung eines Betriebsrats, Erleichterungen bei dessen Wahl und bei Freistellungen sowie erweiterte Mitbestimmungsmöglichkeiten.

Kurzarbeit gibt Beschäftigten Sicherheit

61 Prozent der vertretenen Betriebe nutzten die Kurzarbeit. Zwei Drittel der Befragten sagen, dass der Großteil der Beschäftigten keine Angst hat, nach dem Auslaufen der Kurzarbeit gekündigt zu werden. Das zeigt, dass die Kurzarbeit den Beschäftigten eine gewisse Sicherheit in diesen unsicheren Zeiten gibt. Allerdings geben auch 22 Prozent der Befragten aus Kurzarbeitsbetrieben an, dass es seit Beginn der Corona-Krise zu betriebsbedingten Kündigungen gekommen sei.

Die Arbeitszeit wurde im Mittel um die Hälfte, bei einem Viertel sogar um 80 Prozent reduziert. "Spannend war, dass fast 40 Prozent der Betriebsräte angaben, dass das Arbeitsvolumen nicht an die kürzere Arbeitszeit angepasst wurde", stellte Kalliauer fest. Immerhin 60 Prozent der beschäftigten Leiharbeiter wurden in die Kurzarbeit mitgenommen, 40 Prozent an ihre Überlasserbetriebe zurückgeschickt.

Optimistischer Blick in die Zukunft

Zur Betriebsratsmitwirkung in der Krise gaben fast drei Viertel (72 Prozent) an, dass der Betriebsrat vom Unternehmen frühzeitig einbezogen wird, allerdings sagt die Hälfte, dass dies nur soweit erfolgt, wie es gesetzlich erforderlich ist. 55 Prozent sind selbst im Krisenmanagement aktiv tätig geworden. Weiters interessant: Bei den Befragten aus gewinnorientierten Betrieben gehen auffällig viele (69 Prozent) von einer eher guten bis sehr guten künftigen Geschäftsentwicklung aus. "Das nährt unsere Einschätzung, dass uns eine große Insolvenzwelle erspart bleibt", so Kalliauer.

Die befragten Arbeitnehmervertreter kamen zu 43 Prozent aus Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten, 44 Prozent aus Firmen mit 50 bis 249 Mitarbeitern und 13 Prozent aus Kleinbetrieben. 30 Prozent gehören zur Branche Metall-, Elektro-, Fahrzeug- oder Maschinenbau, 15 Prozent zum Sozial- und Gesundheitsbereich. Weiters vertreten waren Bau, Chemie- und Kunststoffindustrie, Handel, Banken und Versicherungen.

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