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Metaller-KV: PRO-GE erreicht 3,55 Prozent

75-Millionen-Paket für Schichtarbeit, kräftige Erhöhung der Lehrlingseinkommen um bis zu 6,74 Prozent

Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA konnten in der fünften Kollektivvertragsverhandlungsrunde mit dem Arbeitgeberverband Metalltechnische Industrie einen erfolgreichen Abschluss erzielen. Die Verhandlung für die Einigung dauerte elf Stunden. Die IST-Löhne steigen um 3,55 Prozent. Diese Erhöhung erhalten alle derzeit Beschäftigten rückwirkend mit 1. November. Die Mindestlöhne steigen um 3 Prozent. 

Verbesserungen für Schichtarbeit

Die Zulagen werden um 3,55 Prozent und die Aufwandsentschädigungen um 2,5 Prozent erhöht. Die Stundenzulage für die zweite Schicht wird darüber hinaus schrittweise bis November 2023 auf einen Euro verdoppelt. Die Zulage für die dritte Schicht wird in Etappen bis November 2027 von 2,52 Euro auf vier Euro angehoben. Das entspricht einer Erhöhung um 58,5 Prozent. Dieses vereinbarte Paket macht in Summe jährlich rund 75 Millionen Euro zusätzlich für die Schichtarbeit aus.

Kräftige Erhöhungen für Lehrlinge

Die Lehrlingseinkommen werden mit bis zu 6,74 Prozent noch weitaus stärker erhöht. Die Einigung ergibt für das erste Lehrjahr konkret ein Plus von 50,51 Euro (+ 6,74 Prozent), für das zweite Jahr sind es 40,99 Euro mehr (+ 4,27 Prozent), für das dritte Jahr sind es 70,33 Euro (+ 5,61 Prozent) und im vierten Lehrjahr erhöht sich das monatliche Einkommen um 93,25 Euro (+ 5,63 Prozent).

Streiks haben Wirkung gezeigt

„Die kräftigen Lohn- und Gehaltserhöhungen sind vor allem ein Erfolg der Beschäftigten. Der starke Druck aus den Betrieben mit den Betriebsversammlungen und Warnstreiks hat auf Arbeitgeberseite für Bewegung gesorgt. Nur so war es möglich, ein sehr, sehr gutes Gesamtpaket inklusive kräftigen Steigerungen bei Schichtzulagen und Lehrlingseinkommen zu schnüren“, sagt PRO-GE Chefverhandler Rainer Wimmer.

Themenschwerpunkt Arbeitszeit

Im Rahmenrecht vereinbarten die Kollektivvertragsparteien eine ExpertInnengruppe einzurichten, die sich mit den Themen „Arbeitszeitgestaltung“ und „Lebensphasen-orientierten Arbeitszeitmodellen“ auseinandersetzt. Berücksichtigung sollen dabei unter anderem das Zeitkontenmodell, die Schichtarbeit, die Gleitzeit oder die Vier-Tage-Woche finden. Auch die Themenfelder Freizeitoption, Elemente der Zeitsouveränität für ArbeitnehmerInnen, kürzere Arbeitszeiten für physisch und psychisch belastende Arbeit sowie alters- und praxisgerechte Arbeitszeitverteilung sind für die Arbeitsgruppe vorgesehen. Die Themen sollen ergebnisoffen diskutiert werden und bis zum Herbst 2022 soll ein sozialpartnerschaftlicher Bericht vorliegen.

Fairness für LeiharbeiterInnen

Außerdem wurde eine gemeinsame Sozialpartnererklärung mit dem Bekenntnis zu einem fairen Umgang mit ZeitarbeiterInnen in der Metalltechnischen Industrie vereinbart.

Die Möglichkeit für Wochenendarbeit bei nachvollziehbaren erhöhten Arbeitsbedarf wird – befristet auf zwei Jahre - um sechs Sonntage erweitert. Dafür ist die Zustimmung des Betriebsrates oder der Gewerkschaften notwendig.

Die angekündigten Warnstreiks werden nicht stattfinden. Bereits am Montag finden Verhandlungen mit weiteren Arbeitgeberverbänden der Metallindustrie statt.

Der Abschluss im Detail:

  • IST-Löhne und -Gehälter: +3,55 Prozent
  • KV-Löhne und -Gehälter: +3 Prozent
  • Mindestlohn/Mindestgrundgehalt neu: 2.089,87 Euro
  • Zulagen: +3,55 Prozent
  • Zulage für die 2. Schicht: +100 Prozent (in Etappen bis November 2023)
  • Zulage für die 3. Schicht: +58,5 Prozent (in Etappen bis November 2027)
  • Aufwandsentschädigungen: +2,5 Prozent
  • Lehrlingseinkommen: +6,74 Prozent (1. Lehrjahr), +4,27 Prozent (2. Lehrjahr), +5,61 Prozent (3. Lehrjahr), +5,63 Prozent (4. Lehrjahr)
  • Geltungstermin: 1. November 2021
  • Laufzeit: 12 Monate

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