Um dir bestmögliches Service zu bieten, speichert proge.at Informationen über deinen Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklärst du dich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen darüber findest Du in der Datenschutzerklärung.
www.proge.at

Für Neu-Pensionisten: Keine Abschläge mehr beim Sonderruhegeld

Anrechnung von Zivil- und Präsenzdienst und Neuberechnung bereits bestehender Pensionen müssen Ziele bleiben
Wer mit 1. November seine Pension antritt und Anspruch auf Sonderruhegeld nach dem Nachtschwerarbeitsgesetz hat, profitiert von den am 19. September im Nationalrat beschlossenen Änderungen im ASVG. Die Abschläge von bis zu 13,8 Prozent wurden abgeschafft.  
 
Personen, die mindestens 20 Jahre oder 15 Jahre Nachtschwerarbeit in den letzten 30 Beitragsjahren geleistet haben, können das Sonderruhegeld in Anspruch nehmen. Frauen können dadurch ab dem 52. und Männer ab dem 57. Lebensjahr vorzeitig in Pension gehen. Für Nachtschwerarbeit müssen vom Dienstnehmer 3,4 Prozent zum normalen Pensionsversicherungsbetrag extra bezahlt werden. 
 
„Hier handelt es sich um Personen, die oftmals am Ende ihrer Kräfte sind. Es ist daher mehr als gerecht, dass für diese Gruppe die Abschläge abgeschafft wurden. Dabei geht es um mehr als Geld. Es geht auch um Wertschätzung für all jene, die Arbeiten unter schwersten Bedingungen verrichten“, betont PRO-GE Vorsitzender Rainer Wimmer.
 
Initiative für gerechtere Pensionen geht weiter
 
Trotz der Erfolge, die im Kampf um ein gerechteres Pensionssystem durch das freie Spiel der Kräfte im Parlament erreicht werden konnten, sind noch einige Punkte offen. So wurde ein Antrag abgelehnt, der die Neuberechnung der Pensionen für all jene, die bereits im Ruhestand sind und 45 Jahre gearbeitet haben, mit den Stimmen von ÖVP, FPÖ und NEOS abgelehnt. Ebenso ist es nicht gelungen, die Anrechnung des Zivil- oder Präsenzdienstes durchzusetzen.
 
„Für die Gewerkschaft PRO-GE ist es wichtig, dass diese Schieflage endlich beseitigt wird. Wir werden deshalb nicht lockerlassen und darauf achten, dass das Thema auf der politischen Agenda bleibt“, sagt Wimmer. Am 23. Oktober wurde daher Entschließungsantrag im Parlament eingebracht. „Es besteht also weiterhin die Chance, dass ein Umdenken erfolgt, und eine Mehrheit im Parlament unserem Ansinnen folgt. Jeder, der 45 Jahre gearbeitet hat, hat einen mehr als ausreichenden Beitrag zum Pensionssystem geleistet. Diese Menschen haben sich unseren Respekt verdient“, sagt der PRO-GE Vorsitzende
 
Die Details der Neuregelung
 
Wer 45 Jahre gearbeitet hat (über der jeweiligen Geringfügigkeitsgrenze), hat bei folgenden Pensionsarten (bei Antritt ab 1. Jänner 2020) keine Abschläge mehr, wenn man vor dem Regelpensionsalter in Pension geht:
 
  • Langzeitversichertenregelung ab 62 Jahren: Abschläge von bis zu 12,6 Prozent – abgeschafft
  • Schwerarbeitspension ab 60 Jahren: Abschläge von bis zu 9 Prozent – abgeschafft
  • Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension ab 60 Jahren: Abschläge von bis zu 13,8 Prozent – abgeschafft
  • Kindererziehungszeiten im Ausmaß von bis zu 5 Jahren (60 Monaten) werden angerechnet
  • Hat jemand bereits im Jahr 2019 die 45 Arbeitsjahre erworben und erfüllt die Voraussetzungen für die Langzeitversichertenregelung ab 62 Jahren, der Schwerarbeitspension oder der Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension, kann überlegen – um von der neuen Regelung zu profitieren –, den Pensionsantritt bis 1. Jänner 2020 aufzuschieben.
  • Ebenso wurde die Wartefrist für die erste Pensionsanpassung abgeschafft. Jemand, der z. B. mit Juli 2019 neu in Pension gegangen ist, erhält nun wie alle anderen PensionistInnen im Jänner 2020 die Pensionsanpassung. Früher hätte er/sie erst im Jänner 2021 seine/ihre erste Pensionsanpassung erhalten.
  • Auch die Abschläge von bis zu 13,8 Prozent beim Sonderruhegeld nach dem Nachtschwerarbeitsgesetz gehören nun der Vergangenheit an.
Service:
 
Für weitere Auskünfte und Pensionsberatungen wenden Sie sich bitte an die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) unter Telefon: 05 03 03 (Mo. bis Do. 7.00 bis 15.30 Uhr, Fr. 7.00 bis 15.00 Uhr) oder an die jeweilige Arbeiterkammer in ihrem Bundesland.

Das könnte Sie auch interessieren

10.10.2019

Bundesrat stimmt für abschlagsfreie Pension

Nach 45 Arbeitsjahren künftig keine Einbußen im Ruhestand
09.10.2019

Verfassungsgerichtshof prüft Sozialversicherungsumbau

Zerschlagung der Gebietskrankenkassen höchst umstritten. 14 Beschwerdeführer riefen VfGH an.
26.09.2019

Betriebskrankenkassen - ÖVP, FPÖ und NEOS verhindern Fortbestand

Interessen der Betroffenen werden eiskalt ignoriert
19.09.2019

Aus für Pensionsabschläge

Zentrale Forderung der PRO-GE umgesetzt – Wimmer: "Historischer Erfolg für ArbeitnehmerInnen"
18.09.2019

Zukünftige Regierung muss ArbeitnehmerInnen entlasten!

Aktion vor Parlament: ArbeitnehmerInnen schultern bereits zu viel
22.08.2019

Schluss mit gekaufter Politik!

ÖVP-Spendenliste zeigt: 12-Stunden-Tag wurde bestellt
08.08.2019

Für dich gefordert, für dich erreicht!

Karenzanrechnung für alle, Rechtsanspruch auf Papamonat, bezahlte Pausen und höhere Zuschläge bei langen Arbeitszeiten.

Artikel weiterempfehlen

Newsletterauswahl

PRO-GE Newsletter

Geschlecht
Geschlecht:
Name

Mit dem Absenden dieses Formulars stimme ich der Verarbeitung meiner eingegebenen personenbezogenen Daten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.