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ATB Spielberg: Arbeitsstiftung steht ab Dezember zur Verfügung

Proteste gehen weiter - Beschäftigte kämpfen um ausstehendes Geld
Michael Leitner, ArbeiterInnen-Betriebsratsvorsitzender bei ATB in Spielberg
Michael Leitner, ArbeiterInnen-Betriebsratsvorsitzender bei ATB in Spielberg Michael Leitner, ArbeiterInnen-Betriebsratsvorsitzender bei ATB in Spielberg

Bei ATB in Spielberg gehen die Proteste der Beschäftigten weiter. „Der Kampf ist nicht vorbei, er hat sich nur verlagert. Jetzt kämpfen wir dafür, unser Geld zu kriegen“, unterstrich ArbeiterInnen-Betriebsratsvorsitzender Michael Leitner gestern nach einer kurzfristig einberufenen Betriebsversammlung. Er berichtete, dass im September viele MitarbeiterInnen von der Geschäftsführung weniger Geld erhalten haben, denn drei Tage im Juli seien nicht vom Insolvenzfonds übernommen worden: „Dabei sind manchen Mitarbeitern bis zu 800 Euro weniger gezahlt worden, ohne vorherige Benachrichtigung durch die Chefetage.“

Umschulung und Weiterqualifizierung durch Arbeitsstiftung

Die Beschäftigten von ATB stehen vor schweren Zeiten. Die ersten Kündigungen werden mit Ende Oktober wirksam, die letzten mit Februar 2021. Hubert Holzapfel, Landessekretär der PRO-GE Steiermark, berichtete, dass die angekündigte Arbeitsstiftung mit dem Land Steiermark und dem AMS nun fixiert sei und diese ab Dezember den 360 gekündigten ArbeitnehmerInnen zur Verfügung stehe. „Die gekündigten Mitarbeiter haben dort die Möglichkeit, sich weiter zu qualifizieren oder umzuschulen“, so Holzapfel. Darüber hinaus habe man noch die Hoffnung, dass ein Investor mit einem Alternativprogramm auf den Plan treten könnte, wenn es Job-Bedarf gebe könne auch hier in der Arbeitsstiftung entsprechend ausgebildet werden.

Kritik an Schlupflöchern im Insolvenzrecht

Scharfe Kritik wurde auch an der vorherrschenden Gesetzeslage geübt. Das Insolvenzrecht weise Schlupflöcher auf, die von ATB ausgenützt wurden. Die SPÖ werde deshalb entsprechende Anträge im Parlament einbringen, damit in Zukunft ähnliche Fälle ausgeschlossen werden können, sagte die SPÖ-Bundesparteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner, die ebenfalls ins Spielberg bei der Betriebsversammlung anwesend war. Darüber hinaus forderte sie, dass Förderungen und Staatshilfen künftig an Standortgarantien geknüpft werden.

 

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