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Österreichs BetriebsrätInnen am Wort

Über Kurzarbeit, Schutzmaßnahmen oder Corona-Prämien.
PRO-GE und Betriebsräte verteilen Desinfektionssprays: Firma Hörbinger, Wien
Hörbiger PRO-GE und Betriebsräte verteilen Desinfektionssprays: Firma Hörbinger, Wien

Kurzarbeit, Produktionsumstellung, Corona-Schutzmaßnahmen etc. - die BetriebsrätInnen kämpfen in den Unternehmen vor allem für mehr Sicherheit und gegen Kündigungen. Hier sind fünf ausgewählte Blitzlichter aus den verschiedenen Branchen und Bundesländern. Die einzelnen Statements der Betriebsrätinnen und Betriebsräte wurden Ende März telefonisch eingeholt.


JULIUS-JÜRGEN MAYER, ROYAL CANIN, NIEDERÖSTERREICH
 
"Wir produzieren Katzen- und Hundefutter. Nach den Hamsterkäufen am Beginn der Krise musste die Produktion sogar auf Sonntag ausgeweitet werden. Diese Schicht wird ausschließlich von Freiwilligen besetzt. Wir konnten auch eine Corona-Prämie für die Belegschaft erreichen. Wichtig ist, dass die Kommunikation zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung reibungslos läuft, um den Menschen Sicherheit zu geben. Als Betriebsrat haben wir als 'Danke' für die Leistung Manner-Schnitten und ein Desinfektionsspray an die Belegschaft verteilt. Das große Danke für alle Systemerhalter sollte sich die Regierung überlegen. Mein Vorschlag wäre ein steuerfreies Urlaubs- und Weihnachtsgeld.“
 
Betriebsrat Mayer (links im Bild) verteilt Desinfektionsmittel.

ELFRIEDE SCHOBER, MIBA, OBERÖSTERREICH
 
"Wir haben für 800 MitarbeiterInnen Kurzarbeit bis 30. Juni angemeldet. Im Betrieb wurden Schutzmaßnahmen getroffen: so z. B. wurden die Abstände zwischen den Arbeitsplätzen auf zwei Meter vergrößert, unterschiedliche Pausenzeiten eingeführt, Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt. In manchen Bereichen wie in der Instandhaltung ist es nicht immer möglich, die Distanz einzuhalten. Daher gibt es dort Schutzmasken und Handschuhe. Zwischen der Schichtübergabe ist eine halbe Stunde Zeit, damit unsere KollegInnen den nötigen Abstand einhalten können. KollegInnen mit hohem Gefährdungsrisiko wurden alle freigestellt, bei einem Kinderbetreuungsbedarf kann Sonderfreizeit beansprucht werden.“
 

BRIGITTE GROSSBÖTZL, FAHNEN-GÄRTNER, SALZBURG
 
"Bei uns wurden 78 MitarbeiterInnen zur Kurzarbeit angemeldet und je nach Beschäftigten eine Reduktion auf 12,5 Prozent bis 50 Prozent der Arbeitszeit vereinbart. Wir haben kurzfristig auf die Produktion von Behelfs-Schutzmasken umgestellt und sind daher jetzt gut ausgelastet. Was die Einhaltung von Hygienevorschriften betrifft, handelt der Betrieb vorbildlich. Alle achten penibel auf Desinfektion, Reinigung und die Einhaltung des Mindestabstandes. Derzeit arbeiten in der Näherei zwei getrennte Teams, um einen Produktionsausfall zu verhindern, sollte in einem der Teams ein Corona-Fall auftreten."
 
Betriebsrätin Großbötzl zeigt eine jener Schutzmasken, die nun im Betrieb hergestellt werden.

ROBERT SCHWARZBAUER, RADATZ, WIEN
 
"Wir haben Kurzarbeit für Verkaufsfahrer, die zum Beispiel Würstelstände oder Schulbuffets beliefern. In der Produktion ist Kurzarbeit vorerst nicht relevant, da mehr produziert wird. Die Überstunden, die durch die Hamsterkäufe im Handel notwendig geworden sind, wurden rasch ausbezahlt. Denn der beste Handel kann nicht funktionieren, wenn die Produktion stillstehen würde. Als Lebensmittelerzeuger hatten wir zwar schon vorher strenge Hygienevorschriften, zusätzlich haben wir aber per Aushang über weitere Schutzmaßnahmen in verschiedenen Sprachen informiert und die Beschäftigten sind sehr loyal gegenüber der Firma. Es gibt bereits gute Gespräche mit der Firmenleitung für eine Prämie."
 
 
ANDREAS BRICH, BMW, OBERÖSTERREICH
 
"Wir haben Kurzarbeit und als Betriebsrat bemühst du dich, trotz der ungewissen Lage, den Informationsfluss aufrechtzuerhalten, da war auch unter anderem die eigene Betriebsrats-App sehr hilfreich. Als Gewerkschafter wiederum habe ich kein Verständnis, wenn einige Unternehmen auf Kurzarbeit verzichten und stattdessen Menschen auf die Straße setzen. Unser Ansinnen ist ja nicht, die Unternehmen zu schwächen, sondern die Kaufkraft zu erhalten, um möglichst bald wieder aus der Krise herauszufinden."

 

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