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Krise trifft ZeitarbeiterInnen voll – Weiterbildungsfonds benötigt mehr Geld

Regierung muss Finanzierungsbeitrag rasch aufstocken.

Seit viereinhalb Monaten bestimmt die Coronakrise die Lage am Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen und SchulungsteilnehmerInnen lag Ende Juli 2020 im Vorjahresvergleich um 33 Prozent höher. 432.539 Personen waren insgesamt arbeitslos gemeldet oder in Schulung, das sind um 107.333 mehr als im Vorjahresmonat.

Nach Branchen sind die Juli-Zahlen der Arbeitslosen und SchulungsteilnehmerInnen im Bereich Beherbergung und Gastronomie im Vergleich zum Vorjahresmonat um 73,8 Prozent höher. Kräftig stieg die Arbeitslosigkeit auch im Verkehr und Lagerwesen (+55,4 Prozent), am Bau (+41 Prozent), gefolgt vom Bereich Handel (+33,1 Prozent) und Zeitarbeit (+31,6 Prozent).
 
Fondsfinanzierung für Weiterbildung aufstocken
 
Die PRO-GE fordert, dass der Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit noch härter geführt wird. Es geht vor allem darum, so vielen Menschen wie möglich eine Weiterqualifikation zu ermöglichen, um die individuellen Chancen auf einen Arbeitsplatz zu erhöhen. Im Bereich der Zeitarbeit ist daher eine finanzielle Aufstockung des Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF) dringend notwendig.
 
Der Fonds wird grundsätzlich von Beiträgen der Zeitarbeitsfirmen finanziert und fördert Weiterbildungsmaßnahmen oder gewährt finanzielle Zuschüsse. Das SWF-Budget ist aber zurzeit besonders eng, da zum einen bereits die türkis-blaue Regierung eine geplante Erhöhung der Arbeitgeberbeiträge verhindert und sie bei 0,35 Prozent belassen hat. Dies hatte schon Leistungskürzungen zur Folge. Zum anderen hat der Fonds durch die Coronakrise und durch die gewährten Stundungen für Unternehmen ein weiteres massives Einnahmenproblem.
 
"Die Krisenauswirkungen sind fatal, da gerade jetzt eine hohe Nachfrage besteht, aber aufgrund von Sparmaßnahmen wichtige Weiterbildungsmaßnahmen für ZeitarbeiterInnen nicht gefördert werden können", kritisiert PRO-GE-Bundesvorsitzender Rainer Wimmer. Wimmer befürchtet, dass die Arbeitslosigkeit bei der Leiharbeit in den nächsten Wochen und Monate noch weiter ansteigen wird. "Wir müssen jetzt gegensteuern und der arbeitsmarktpolitische Finanzierungsbeitrag von derzeit 1,5 Millionen Euro muss rasch durch die Regierung erhöht werden", fordert Wimmer.
 
Gütezeichen nutzen & Beschränkung von Wildwuchs
 
Zudem fordert die PRO-GE bei der Leiharbeit, dass die öffentliche Verwaltung wie zum Beispiel Gemeinden, Ministerien oder aber auch die in Kritik geratene Österreichische Post nur über Zeitarbeitsfirmen Personal zukaufen dürfen, die das Gütezeichen für Arbeitskräfteüberlassung (ÖQA) haben. Es brauche weiters auch eine gesetzliche Beschränkung auf maximal 10 Prozent ZeitarbeitnehmerInnen pro Beschäftigerbetrieb. "
 
Jede andere Beschränkung, etwa auf Branchenebene, hat sich bisher als sinnlos erwiesen. Dies hat unter anderem das vor einiger Zeit wegen seiner Arbeitsbedingungen in Verruf geratene niederösterreicheiche Amazon-Verteilzentrum gezeigt: Von 150 ArbeitnehmerInnen waren dort 15 direkt angestellt und 135 überlassene ArbeitnehmerInnen. Solche Praktiken gehören abgestellt", sagt Wimmer abschließend.
 

>> Link zum SWF

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