www.proge.at

Lederindustrie: Schamloses Angebot der Arbeitgeber

Arbeitgeber verweigern 1.500 Euro Mindestlohn vor 2024 – WK muss Lederindustrie zur Ordnung rufen – Geduld ist am Ende!
In acht Betriebsversammlungen stimmten die Beschäftigten der Lederindustrie für weitere Kampfmaßnahmen.
In acht Betriebsversammlungen stimmten die Beschäftigten der Lederindustrie für weitere Kampfmaßnahmen.
 
Am 12. November fand bereits die fünfte Runde der Kollektivvertragsverhandlungen in der Lederindustrie statt. Die Arbeitgeberseite hat eine Lohnerhöhung von lediglich 1,6 Prozent für 2021 sowie die Erhöhung des Mindestlohns auf 1.500 Euro brutto in kleinen Schritten bis Ende 2024 angeboten. Derzeit liegt der Mindestlohn bei nur rund 1.300 Euro. „Dieses Angebot ist schamlos. Die Inflation liegt derzeit bei 3,7 Prozent, den ArbeitnehmerInnen will man nicht einmal die Hälfte davon zugestehen. Die Beschäftigten der Lederindustrie haben deshalb in acht Betriebsversammlungen mit überwältigender Beteiligung einstimmig beschlossen, weitere Kampfmaßnahmen mitzutragen, sollten die Arbeitgeber nicht mit einem angemessenen Angebot an den Verhandlungstisch zurückkehren. Die Geduld der Beschäftigten ist am Ende“, sagen die beiden Verhandler der Arbeitnehmerseite, Gerald Kreuzer (PRO-GE) und Albert Steinhauser (GPA). 
 
Video: Chefverhandler Gerald Kreuzer informierte Ende Oktober auf der Wefair-Messe in Oberösterreich über die Lohnrunde in der Lederindustrie und sammelte Unterstützungsunterschriften
 

 

Bereits Nulllohnrunde für das Jahr 2020

 
Bereits im Jahr 2020 kam es in der Lederindustrie zu keinem Abschluss, da die Verhandlungen von Arbeitgeberseite immer wieder verzögert und torpediert wurden. Auch jetzt wollen die Arbeitgeber die von ihnen angebotene geringe Lohnerhöhung nur für das Jahr 2021 geben, für das Jahr 2020 will man rückwirkend keine Abgeltung leisten. „Die Arbeit in der Lederindustrie ist hart und schwer. Das Vorgehen der Arbeitgeber ist eine Verhöhnung und zeugt von mangelndem Respekt gegenüber der Leistung der Beschäftigten“, so Kreuzer und Steinhauser.
 
Wortbruch beim Mindestlohn
 
Die beiden Gewerkschafter fordern erneut die Wirtschaftskammer auf, die Arbeitgeber der Lederindustrie zur Ordnung zu rufen und einzumahnen, sich an bestehende Vereinbarungen zu halten. „Es gibt eine Sozialpartnervereinbarung aus dem Jahr 2017, mit der sich die Wirtschaftskammer dazu bekannt hat, für die Umsetzung des Mindestlohns von 1.500 Euro in allen Branchen bis 2020 zu sorgen. Die Arbeitgeber der Lederindustrie scheren aus, verschleppen und vertrösten auf 2024 und tragen somit dazu bei, dass das Vertrauen in die Sozialpartnerschaft untergraben wird. Wenn die Wirtschaftskammer die von ihr unterzeichneten Vereinbarungen ernst nimmt, muss sie eingreifen“, fordern Kreuzer und Steinhauser.
 
Zwei oststeirische Unternehmen
 
Die ledererzeugende Industrie in Österreich besteht aus dem Unternehmen Boxmark Leder mit Standorten im steirischen Feldbach und im burgenländischen Jennersdorf sowie dem steirischen Unternehmen Wollsdorf Leder. Insgesamt stellen an diesen Standorten rund 1.500 Beschäftigte Produkte für viele Premiumkunden aus der Automobil-, Luftfahrt-, Bahn- und Möbelindustrie her.

Das könnte Sie auch interessieren

20.01.2022

Elektrizitätsversorgungsunternehmen: KV-Verhandlungen gestartet

Noch keine Einigung in erster Runde, Fortsetzung am 26. Jänner
19.01.2022

KV-Abschluss Raiffeisen Lagerhäuser Steiermark

Neuer Mindestlohn: € 1.719,00
18.01.2022

Mineralölindustrie: Löhne werden um 3,9 Prozent erhöht

Lehrlinge erhalten im Durchschnitt um 7,9 Prozent mehr
18.01.2022

FloristInnen und BlumeneinzelhändlerInnen: + 3,22 Prozent

Plus 6,34 Prozent mehr für Lehrlinge
14.01.2022

Maschinenring Salzburg: +3,0 Prozent

Neuer Mindestlohn 1.567,38 Euro, gültig ab 1. Jänner 2022
14.01.2022

KV-Abschluss Land- und forstwirtschaftliche Betriebe Salzburg

Drei Prozent mehr Lohn, neuer Mindestlohn 1.666 Euro
Newsletterauswahl

PRO-GE Newsletter

Geschlecht
Geschlecht:
Name

Mit dem Absenden dieses Formulars stimme ich der Verarbeitung meiner eingegebenen personenbezogenen Daten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.