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Gewerkschaften zu Opel-Aspern: Konzern PSA wortbrüchig – Regierung untätig

PRO-GE/GPA-djp fordern ordentlichen Sozialplan mit Arbeitsstiftung, Klage gegen Lohnverzicht bleibt aufrecht

Gestern wurde bekannt, dass am Opel-Standort Wien-Aspern bis zu 400 Arbeitsplätze gestrichen werden. Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp kritisieren das Verhalten des Opel-Eigentümers PSA. „Hier wurde die Belegschaft hinters Licht geführt. Während die ArbeitnehmerInnen Einbußen hingenommen haben, um den Standort zu erhalten, blieb die Geschäftsführung untätig. Nun wird die Belegschaft um ein Drittel reduziert“, so Toni Steinmetz, Landessekretär der PRO-GE Wien und Mario Ferrari, Geschäftsführer der GPA-djp Wien.

Bereits im Jahr 2015 wurde zwischen Belegschaft und Geschäftsführung ein Standortsicherungspaket vereinbart. Ziel des Vertrages war, das Werk langfristig abzusichern und eine „zukunftsorientierte, wettbewerbsfähige und nachhaltige Produktion“ sicherzustellen. „Die Beschäftigten haben ihren Teil der Vereinbarung eingehalten und auf zwei Prozent ihres Lohnes verzichtet. Der PSA Konzern hat aber nichts unternommen, um ein ausreichendes Produktionsvolumen für den Standort Aspern sicherzustellen. Gemeinsam mit dem Betriebsrat haben wir bereits seit mehr als einem Jahr darauf hingewiesen, dass es Nachfolgeprodukte für das Werk in Wien braucht“, so Steinmetz und Ferrari. Die Gewerkschaft sieht sich in ihrer Haltung bestätigt, Klage gegen die vereinbarte Lohnabschmelzung einzubringen: „Die zweite Stufe des Lohnverzichtes ist daher obsolet, denn Konzern und Geschäftsführung wurde gegenüber den ArbeitnehmerInnen wortbrüchig“.

„Wir setzen uns nun dafür ein, dass für jene Beschäftigten, die ihren Arbeitsplatz verlieren, ein ordentlicher Sozialplan mit Arbeitsstiftung zum Tragen kommt. Die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können sich auf die Unterstützung durch die Gewerkschaften verlassen“, sagen Steinmetz und Ferrari und heben hervor, dass mit dem Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) eine Einrichtung besteht, um die betroffenen ArbeitnehmerInnen rasch und unbürokratisch zu unterstützen.

Scharfe Kritik üben die Gewerkschafter auch an der Bundesregierung: „Die Regierung betreibt keine aktive Standortpolitik und tut zu wenig dafür, dass hochwertige Arbeitsplätze in der Industrie erhalten bleiben. Stattdessen ist man damit beschäftigt, den Niedriglohnsektor auszubauen. Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen beschränken sich auf Kürzungen des AMS-Budgets oder darauf, Menschen unter Druck zu setzen und sie dazu zu nötigen, jeden schlecht bezahlten Arbeitsplatz annehmen zu müssen.“

 

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