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KV-Abschluss EVU

Löhne steigen um 3,4 Prozent und höhere Zuschläge für Überstunden

Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp haben am 17. Jänner 2019 in der zweiten Kollektivvertragsverhandlungsrunde mit den Vertretern der ArbeitgeberInnen der Elektrizitätsversorgungsunternehmungen Österreichs (EVU) Lohnerhöhungen und rahmenrechtliche Verbesserungen für die Beschäftigten erreicht.

Es wurde vereinbart, dass mit 1. Februar 2019 die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und die Istlöhne  um 3,4 % erhöht werden. Darüber hinaus werden die Lehrlingsentschädigungen überproportional im Durchschnitt um 8,05 Prozent angehoben. Bei den Zulagen und Aufwandsentschädigungen konnten ebenfalls Erhöhungen vereinbart werden. Die Aufwandsentschädigungen werden um 2 Prozent und die Zulagen um 3,4 Prozent erhöht. Die Kinderzulage beträgt ab 1. Februar 2019 57,01 Euro.

Höhere Zuschläge für Überstunden

Auch im Rahmenrecht konnten wesentliche Verbesserungen erreicht werden. Besonders hervorzuheben sind hier die höheren Zuschläge für die elfte und zwölfte Arbeitsstunde. Die Gewerkschaften konnten mit dieser Kollektivvertragseinigung sicherstellen, dass die durch die Arbeitszeitgesetzesnovelle entstandene Schieflage zu Gunsten der ArbeitnehmerInnen korrigiert wird.

Darüber hinaus gab es auch Vereinbarungen zu Sabbatical Regelungen und bessere Anrechnungen von Vordienstzeiten für Urlaubsansprüche.

Der Abschluss im Detail

  • Erhöhung der Mindestlöhne um 3,4 %
  • neuer Mindestlohn 1.910,83 Euro
  • Erhöhung der Ist-Löhne um 3,4 %
  • Erhöhung der Zulagen um 3,4 %
  • Erhöhung der Schichtzulagen um 3,4%
  • Erhöhung der Lehrlingsentschädigungen um durchschnittlich 8,05 %
  • Erhöhung der Aufwandsentschädigungen um 2 %
  • Schneller zur 6. Urlaubswoche: Verbesserte Anrechnung von Vordienstzeiten für das Urlaubsausmaß
  • Überstundenzuschlag: 100 % für die elfte und zwölfte Arbeitsstunde und nach der 50. Stunde ab 1.4.2019
  • Bezahlte Pause: zehn Minuten bei Arbeitszeiten über zehn Stunde
  • Regelungen für Sabbatical

Modernisierungen im Kollektivvertrags-Rahmenrecht

„Der intensiv verhandelte KV-Abschluss führt zu einem Ausgleich der Interessen der Kollektivvertragspartner auf Basis des Konjunkturverlaufs des Vorjahres“, erklärten die Vertreter und Vertreterinnen der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite zum Abschluss der Gespräche. Zusätzlich zu den Gehaltsverhandlungen wurden einige Modernisierungen und Anpassungen im Kollektivvertrags-Rahmenrecht vereinbart. Insgesamt liegt der Abschluss im Bereich vergleichbarer Industrieabschlüsse in jüngster Zeit.

Der Kollektivvertrag gilt für rund 16.000 Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer in den österreichischen Elektrizitätsunternehmen. Arbeitnehmervertreter und Arbeitgeber betonten nach dem Abschluss das konstruktive Verhandlungsklima, das gleichermaßen die Interessen der Unternehmen als auch der Beschäftigten im Auge behielt.

Der Kollektivvertragsabschluss macht zudem deutlich, dass das sozialpartnerschaftliche Klima in der Branche zukunftsweisende Vereinbarungen ermöglicht, wobei beide Seiten zu einem Ausgleich beitragen. Der Abschluss 2019 ist aus Sicht der Verhandler zudem ein guter Einstieg in ein neues Entgeltsystem über das bereits Einvernehmen hergestellt wurde.

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