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2.000 Jahre Berufserfahrung

Betriebsreportage aus der Agrana Zuckerfabrik in Leopoldsdorf (NÖ)

Wiener Zucker - Agrana-Produkte Die Agrana Gruppe hat in Österreich noch zwei Standorte: Leopoldsdorf und Tulln. Der Rübenzucker aus Leopoldsdorf wird hauptsächlich an die weiterverarbeitende Industrie geliefert.
Schneidemaschinen Die 200 Messer pro Schneidemaschine müssen täglich geschliffen werden.
Zuckerrübenschnitzel Den Zucker aus den Zuckerrübenschnitzeln gewinnt man durch Verdampfungskristallisation in der sogenannten "Kochstation".
Kristallisation Hier sind bereits die Zuckerkristalle sichtbar, die später in der Zentrifugenstation von der Melasse getrennt werden.
Agrana Leopoldsdorf, JVR Im Betrieb gibt es zwei Jugendvertrauensräte. Einer davon ist Turan Can (im Bild), er lernte Metalltechniker.

In dem weitläufigen Gelände der Agrana Zuckerfabrik in Leopoldsdorf rauchen die Schlote. Allerdings sind es keine Schadstoffe die hier austreten, sondern hauptsächlich Wasserdampf. Die Zuckerrübe besteht zu 75 Prozent aus Wasser. Und ein Teil muss erst mal raus, will man, dass von den Millionen Rüben, die hier verarbeitet werden, am Ende Kristallzucker übrigbleibt.

Rund 160 MitarbeiterInnen sind in der Agrana Leopoldsdorf in Niederösterreich durchgehend beschäftigt. Die meisten von ihnen kommen aus der Gegend. Sie werden während der fünf Monate der sogenannten Zuckerrüben-Kampagne, also der Verarbeitungszeit, von 100 zusätzlichen Kampagnenkräften unterstützt. Um die Qualität der Zuckerrüben zu bestimmen, nach der sich auch der Preis richtet, werden von jedem Acker, mehrere Proben genommen.

Agrana Leopoldsdorf, Anlieferung|Betriebsreportage Agrana Leopoldsdorf 2018||

Die angelieferten Rüben werden mit Kreislaufwasser von den Anhängern und Eisenbahnwaggons gespült und wandern auf Förderbändern gleich weiter in die Schneidemaschinen.

Agrana Leopoldsdorf, Rübenberge|Betriebsreportage Agrana Leopoldsdorf 2018||

Eine gewisse Rübenmenge wird am Werksgelände zwischengelagert. Die Rübenberge am Bild können in der Fabrik in zwei Tagen verarbeitet werden. Kein Wunder – pro Tag verwandeln sich in Leopoldsdorf 12.500 Tonnen Rüben, in rund 2.000 Tonnen Zucker.

Walter Rotter (links im Bild) ist ein alter Hase, was Betriebsratsarbeit anbelangt. Seit 1991 ist er im Betriebsrat, seit zwölf Jahren Vorsitzender. Auch wenn die Pension nicht mehr weit ist, „mach ich das Ganze gern, die Leute können mich immer anrufen. Wir halten hier zusammen“, ist er stolz auf das familiäre Betriebsklima. Auch Werksleiter Elvis Makic (rechts im Bild) weiß, was er an den MitarbeiterInnen hat: „Die momentane Belegschaft im Werk kommt zusammen auf eine Berufserfahrung von rund 2.000 Jahren“, erzählt er. 90 Prozent der Belegschaft haben hier als Lehrling begonnen, 35 Jahre Betriebszugehörigkeit sind keine Seltenheit.

Im Labor erfolgt die Prozess- und Qualitätskontrolle im Werk. Aleksandra ist eine von 13 Lehrlingen im Werk.

In der Kochstation entsteht durch Verdampfungskristallisation, Zucker. In der Zentrifugenstation wird der Kristallzucker vom Sirup getrennt.

Die Zuckerrübe wird vollständig verwertet: die entsafteten Schnitzel werden zu Tierfutter-Pellets, sogar die Rübenblätter werden kompostiert und daraus Energie erzeugt.

Rund die Hälfte des erzeugten Zuckers wird sofort lose oder verpackt (50 kg-Säcke) vorwiegend an die Nahrungs- und Genussmittelindustrie geliefert. Der restliche Zucker wird in riesigen Silos zwischengelagert. Während der verarbeitungsfreien Zeit wird die Anlage hauptsächlich durch Eigenpersonal gewartet.

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