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Agrarservice: Neuer Kollektivvertrag geschaffen

3.000 Beschäftigte profitieren ab 1. März von kollektivvertraglich gesicherten Rechten!
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Beim Gewerbe Agrarservice handelt es sich um Betriebe, die unter anderem Mähdrusch sowie Grün- und Maishäckslerarbeiten durchführen. In Österreich gibt es rund 1.000 Betriebe mit ungefähr 3.000 Beschäftigen. "Wir sind stolz, dass es uns nach jahrelangen Verhandlungen gelungen ist, mit dem Kollektivvertrag nun allen Beschäftigten im Gewerbe Agrarservice kollektivvertragliche Sicherheit und Rechte zu geben", sagt Franz Stürmer, Verhandlungsleiter der Gewerkschaft PRO-GE. 
 
"Eine besondere Herausforderung dabei war, einerseits die Rechte der ArbeitnehmerInnen und andererseits die Erfordernisse einer Arbeit entlang des Reife- und Ernteprozesses gleichermaßen zu berücksichtigen", so Stürmer. Doch die Bemühungen waren erfolgreich: im Dezember 2020 wurde der ausverhandelte Kollektivvertrag für das Gewerbe Agrarservice den zuständigen Gremien zum Beschluss vorgelegt. Sowohl der Fachverband für gewerbliche Dienstleister in der Wirtschaftskammer als auch die Gewerkschaft PRO-GE haben das Dokument einstimmig angenommen. Damit erhält es ab 1. März 2021 seine Gültigkeit. "Ich möchte mich noch einmal bei allen Beteiligten für die konstruktive Zusammenarbeit bedanken. Mit dem neuen Kollektivvertrag wurde einer der letzten weißen Flecke der kollektivvertraglichen Landkarte Österreichs kartographiert", so der PRO-GE Branchensekretär.
 
 
Überblick über die wesentlichen Punkte im Kollektivvertrag
 
Arbeitszeit:
  • Normalarbeitszeit beträgt 38,5 Stunden
  • Bandbreitenmodell bis 10 Stunden täglich und 48 Stunden wöchentlich bei einem Durchrechnungszeitraum von bis zu 52 Wochen
  • Der 24. Dezember ist ab 0 Uhr und der 31. Dezember ab der erreichten halben täglichen Normalarbeitszeit unter Fortzahlung des Lohnes arbeitsfrei.
 
Ende des Arbeitsverhältnisses:
  • die Sozialpartner sind übereingekommen, dass es sich bei dieser Branche um eine Saisonbranche im Sinne von § 1159 (2) ABGB, idF BGBl. I 153/2017 (Kündigungsfristen), handelt. 
  • als Kündigungstermin gilt in den ersten 18 Monaten Betriebszugehörigkeit sowohl bei Arbeitgeber- als auch bei Arbeitnehmerkündigung der 15. und Monatsletzte. Nach 18 Monaten Betriebszugehörigkeit gilt als Kündigungstermin der Monatsletzte.
 
Überstunden, Nachtarbeit und Sonntag- und Feiertagsarbeit:
  • die Überstunden erhalten einen 50-prozentigen Zuschlag. Überstunden an Sonn- und Feiertagen und in der Nacht werden mit einem 100-prozentigen Zuschlag berechnet.
  • am Sonntag gibt es einen 100-prozentigen Zuschlag. Bei ungünstigen Witterungsverhältnissen können dringende Erntearbeiten bis zum Erreichen der wöchentlichen Normalarbeitszeit ohne Zuschlag durchgeführt werden.
 
Verfallsfristen:
  • alle gegenseitigen Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis müssen bei sonstigem Verfall innerhalb von sechs Monaten nach Fälligkeit bzw. Bekanntwerden schriftlich geltend gemacht werden.
 
Entlohnung:
  • in diesem Kollektivvertrag wurden 5 Lohngruppen definiert und der Mindestlohn beträgt € 1.570,00.
  • für Nachtstunden wird ein Zuschlag von € 2,60 bezahlt.
 
Geltungsbeginn: 1. März 2021
Laufzeit: 12 Monate
               

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