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Das bisschen Haushalt...

Eine Studie von Oxfam zeigt die extrem ungleiche Verteilung von Vermögen und Einkommen auf der Welt. Aber nicht nur zwischen Ländern und Bevölkerungsgruppen herrscht ein massiver Unterschied sondern auch zwischen Männern und Frauen.

…erledigen hauptsächlich Frauen. Ein Grund, warum die Einkommen zwischen Männer und Frauen weltweit sehr ungleich verteilt sind.

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Weltweit verdienen Frauen durchschnittlich 23 Prozent weniger als Männer und sie müssen häufiger prekäre oder schlecht bezahlte Arbeiten verrichten. Das trifft Frauen in ärmeren Ländern noch heftiger als in reichen Ländern wie Österreich. Häufig wird der Unterschied bei den Einkommen damit begründet, dass Frauen weniger arbeiten. Doch diese Annahme stimmt nicht. Frauen arbeiten im globalen Durchschnitt in jeder Region der Welt mehr Stunden pro Tag als Männer - allerdings werden Frauen im Unterschied zu Männern für mehr als die Hälfte dieser Arbeit nicht bezahlt. Das belegt die aktuelle Studie der Hilfsorganisation Oxfam.

Ganz ähnlich das Bild in Österreich

Laut der letzten Zeiterhebungsstudie 2008/2009 werden in Österreich zwei Drittel der jährlich geleisteten Stunden für Hausarbeit, Kinderbetreuung, für die Pflege von Kranken oder Gebrechlichen oder für ehrenamtliche Mitarbeit von Frauen geleistet, zu einem Drittel von Männern. Annähernd umgekehrt ist es bei (bezahlter) Erwerbsarbeit: Hier werden 39 Prozent von Frauen und 61 Prozent von Männern geleistet.

 
Der Wert der Arbeit
 
Arbeit wird höchst unterschiedlich bewertet. In finanzieller Hinsicht wird das besonders gravierend bei der Pensionshöhe sichtbar. Frauen müssen hierzulande jährlich im Schnitt mit 42 Prozent weniger Pension auskommen als Männer. Ein Grund ist, dass die meisten Beschreibungen unserer Wirtschaft Hausarbeit, Pflege- und Fürsorgetätigkeiten in Familien, Haushalten und Gemeinschaften systematisch ausblenden. Würde diese Arbeit bezahlt, verfügte sie laut Oxfam über einen ökonomischen Wert von jährlich mehr als 10,8 Billionen US-Dollar. Das ist eine Zahl mit 14 Stellen und entspricht dem Dreifachen des weltweiten Umsatzes im IT-Sektor. ExpertInnen fordern daher, Care-Tätigkeiten in wirtschaftlichen Kennzahlen zu berücksichtigen.
 
Was tun?
 
Um Ungleichheit und speziell jene zwischen Männern und Frauen zu beseitigen, „genügt es nicht, an nur einer Schraube zu drehen“, sagt auch Rainer Wimmer, Bundesvorsitzender der PRO-GE. „Mit der gesetzlichen Anrechnung aller Elternkarenzen für Geburten ab dem 1. August 2019 und dem Rechtsanspruch auf einen Papamonat hat sich gerade in letzter Zeit viel getan, es bleiben aber noch mehrere Problemfelder offen“, so Wimmer und nennt als Beispiel, dass Kindererziehungszeiten und Pflegezeiten höher bewertet werden müssten. „Was wir außerdem seit Jahren predigen ist der dringend nötige, flächendeckende Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen und bessere Lösungen für die Pflege“, fordert auch PRO-GE Bundesfrauenvorsitzende Klaudia Frieben. Außerdem würde die kürzliche Einführung des 12-Stunden-Tages absolut kontraproduktiv wirken. „Alle ExpertInnen raten davon ab. Im Gegenteil wirke sich eine generelle Arbeitszeitverkürzung extrem positiv auf die gerechtere Aufteilung unbezahlter Arbeit zwischen Frauen und Männern aus“, so Frieben. Ein gerechtes Steuersystem, das die Vermögendsten und wirtschaftlich Stärksten zur Finanzierung dieser gemeinsamen Aufgaben heranzieht, könne das alles leisten. 
 

Exkurs: Die Angst vor den Fakten
 

Um etwas zu ändern, muss man zuerst wissen, wie die Ausgangslage ist. Viele europäische Länder nehmen daher an sogenannten Zeitverwendungserhebungen - spätestens alle zehn Jahr - teil. So kann gesehen werden, womit Menschen ihren Tag verbringen und ob sich die Arbeitsaufteilung im Lauf der Zeit ändert. 

2020 beginnt eine neue Welle von Zeitverwendungserhebungen. Auch in Österreich liegt die letzte durchgeführte bereits elf Jahre zurück. Doch die ÖVP will von der Gratisarbeit von Frauen anscheinend nichts wissen. Im Frühjahr 2019 hieß es laut derstandard.at aus dem Büro der damaligen ÖVP-Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß, es gebe keinen Auftrag für eine österreichische Erhebung mit dem Zusatz, dass es bereits Studien zu Teilzeit und unbezahlter Arbeit gibt. Auch während der Übergangsregierung gab es keinen Auftrag für die rund 200.000 Euro kostende Erhebung. Was auffällt ist, dass just in den Jahren als es eine schwarz-blaue bzw. türkis-blaue Regierung gab, keine Zeitverwendungserhebungen gab (2000 und 2019). 

ExpertInnen sind sich allerdings einig, dass es regelmäßig neue Zahlen braucht. Nur so wird die ungleiche Verteilung sichtbar und der nötige Handlungsbedarf aufgezeigt.

 

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