www.proge.at

Angleichung der Kündigungsfristen wird endlich umgesetzt

ArbeiterInnen nicht mehr länger Beschäftigte zweiter Klasse
Am 1. Oktober erfolgt die Angleichung der Kündigungsfristen von ArbeiterInnen und Angestellten bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber. Künftig gelten bei Arbeitgeberkündigung auch für ArbeiterInnen  Kündigungsfristen von mindestens sechs Wochen (1. und 2. Dienstjahr), ansteigend bis zu fünf Monaten (ab dem 26. Dienstjahr), ausgenommen der Saisonbranchen. „Bisher konnten ArbeiterInnen im Extremfall innerhalb eines Tages gekündigt werden. Die längeren Fristen geben den Menschen nun mehr Sicherheit und ermöglichen eine bessere Lebensplanung“, so der Bundesvorsitzende der Produktionsgewerkschaft (PRO-GE), Rainer Wimmer. Er erinnert daran, dass die Angleichung der Kündigungsfristen bereits zweimal verschoben wurde. „Die erste Verschiebung war mit den wirtschaftlichen Verwerfungen durch die Corona-Pandemie zu rechtfertigen. Die zweite Verschiebung erfolgte nur, weil die Wirtschaftskammer mit allen Mitteln die Gleichstellung von ArbeiterInnen und Angestellten verhindern wollte. Das war lupenreine ÖVP-Klientelpolitik und die Grünen haben willfährig den Steigbügelhalter gegeben“, sagt Wimmer. 
 
Erfolg der Gewerkschaftsbewegung
 
„In vielen Branchen werden derzeit Arbeitskräfte gesucht. Regierung und Wirtschaftskammer haben nun anscheinend auch – spät, aber doch - erkannt, dass ein weiteres Hinauszögern von besseren Arbeitsbedingungen wider jegliche Vernunft ist“, betont Wimmer, der als Extrembeispiel das Bäckergewerbe mit nur einem Tag Kündigungsfrist nennt. Dass nun mehr als 100 Jahre Ungleichbehandlung beendet werden, sei auf die Initiative von Abgeordneten aus der Gewerkschaftsbewegung im österreichischen Nationalrat zurückzuführen. Bereits im Jahr 2017 wurde im sogenannten „freien Spiel der Kräfte“ auf Antrag der SPÖ die rechtliche Gleichstellung von ArbeiterInnen und Angestellten beschlossen – lediglich ÖVP und NEOS stimmten dagegen. „Mit der Angleichung der Kündigungsfristen wird dieses damals beschlossene Gesetzespaket endlich vollständig umgesetzt. Es ist erfreulich und längst überfällig, dass ArbeiterInnen nicht mehr länger als Beschäftigte zweiter Klasse gelten“, so der Vorsitzende der größten ArbeiterInnengewerkschaft. 
 
 
Kündigung durch den Arbeitgeber
 
Diese gesetzlichen Fristen gelten ab 1. Oktober auch für ArbeiterInnen:
  • im 1. und 2. Dienstjahr: 6 Wochen
  • ab dem 3. Dienstjahr: 2 Monate
  • ab dem 6. Dienstjahr: 3 Monate
  • ab dem 16. Dienstjahr: 4 Monate
  • ab dem 26. Dienstjahr: 5 Monate
Ausnahmen: Saisonbranchen & Arbeitskräfteüberlassung

Das könnte Sie auch interessieren

14.09.2021

Kollektivvertrag für Nichtmitglieder

Ohne Mitglieder gibt es keine starken Gewerkschaften und keine Kollektivverträge.
21.07.2021

Urlaub in Corona-Zeiten

Welche Rechte und Pflichten haben ArbeitnehmerInnen, wenn sie diesen Sommer verreisen?
21.07.2021

Arbeitsministerium will Förderung für muttersprachliche Beratung einstellen

Hilf mit, das erfolgreiche ÖGB-Projekt gegen Lohn- und Sozialdumping zu erhalten!
29.06.2021

Regierung plant weiteren Angriff auf ArbeiterInnen

Parlamentarische Nacht- und Nebel-Aktion: Massive Eingriffe ins Sonderunterstützungsgesetz geplant
24.06.2021

Nicht auf ProduktionsmitarbeiterInnen vergessen

Flexible Lösungen bei Maskenpflicht im Sinne der Beschäftigten gefordert
Newsletterauswahl

PRO-GE Newsletter

Geschlecht
Geschlecht:
Name

Mit dem Absenden dieses Formulars stimme ich der Verarbeitung meiner eingegebenen personenbezogenen Daten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.