Um dir bestmögliches Service zu bieten, speichert proge.at Informationen über deinen Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklärst du dich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen darüber findest Du in der Datenschutzerklärung.
www.proge.at

Kann mein Arbeitgeber meinen Lohn einseitig kürzen?

Der Lohn eines Arbeitnehmers liegt über dem kollektivvertraglichen Mindestlohn. Der Arbeitgeber möchte ihn einseitig kürzen.

Mein Lohn liegt über dem Mindestlohn laut Kollektivvertrag. Kann mein Arbeitgeber den Lohn einseitig kürzen?

Überzahlungen über den KV-Lohn hinaus können NUR mit Zustimmung des/der Arbeitnehmers/Arbeitnehmerin reduziert werden.

Liegt der Lohn über dem kollektivvertraglichen Mindestlohn ist ein Verzicht grundsätzlich möglich. Ein Verzicht des/der Beschäftigten auf unabdingbare Ansprüche wie zum Beispiel den kollektivvertraglichen Mindestlohn, gesetzliche Abfertigungsansprüche oder Ansprüche auf Urlaubsersatzleistung ist nach ständiger Rechtsprechung grundsätzlich unwirksam.

Wichtig ist aber, dass ein Verzicht nur mit DEINER ZUSTIMMUNG möglich ist. Der Arbeitgeber kann einen Verzicht der Arbeitnehmer/innen auf die Lohnerhöhung nicht einseitig festsetzen! Ebensowenig kann der Betriebsrat für die einzelnen Arbeitnehmer/innen NICHT auf die Erhöhung des Lohns verzichten.

Nur du als Arbeitnehmer kannst auf die Lohnerhöhung (bei Überzahlung) verzichten. Ein Verzicht ist jedoch nicht nur ausdrücklich, sondern auch schlüssig möglich. Dies bedeutet, dass dein Verhalten im Einzelfall auch als Zustimmung zum Verzicht gewertet werden kann. Daher ist es wichtig, dass du - solltest du auf die Lohnerhöhung nicht verzichten wollen - dem Arbeitgeber schriftlich mitteilst, dass du auf die Gehaltserhöhung nicht verzichtest. Dies sollte sobald wie möglich erfolgen. Sollten auch weitere Arbeitnehmer/innen mit einem Verzicht nicht einverstanden sein, so wäre es am besten euch zusammenzuschließen.

Ein Verzicht auf eine Lohnerhöhung wirkt sich nicht nur auf den laufenden Lohn (nachhaltig) aus, sondern auch auf Überstunden, die Weihnachtsremuneration sowie den Urlaubszuschuss.

Auch für die Berechnung der Pension wird das Bruttoeinkommen herangezogen, weshalb ein Verzicht auf eine Lohnerhöhung auf die Pension Auswirkungen hat und auch hier zu einem Schaden führt. Leider ist es uns nicht möglich diesen Schaden zu beziffern, da für die Pension natürlich nicht nur die nächsten Jahre, sondern auch die vergangenen herangezogen werden. Sicher ist jedoch, dass ein Verzicht auf die Lohnerhöhung auch hier Auswirkungen hat.

Das könnte Sie auch interessieren

17.05.2018

Verschlechterung bei der Altersteilzeit zurücknehmen!

PRO-GE fordert Rechtsanspruch für ArbeitnehmerInnen
01.02.2018

Gebührt Pflegefreistellung pro Arbeitsjahr oder pro Kalenderjahr?

Ein Mitarbeiter braucht Pflegefreistellung für die beiden letzten und die beiden ersten Wochen des darauffolgenden Kalenderjahres. Die Personalabteilung teilte mit, dass das nicht möglich sei.
07.12.2017

Nein zum generellen 12-Stunden-Tag

Türkis-Blaue Retropolitik gegen ArbeitnehmerInnen
02.10.2017

Vereinbarung über Kostenrückersatz einer Ausbildung bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Ein Arbeitnehmer soll eine Vereinbarung unterschreiben, in der er sich verpflichtet Ausbildungskosten zu ersetzen, wenn das Arbeitsverhältnis innerhalb von drei Jahren beendet wird.

Artikel weiterempfehlen

Newsletterauswahl

PRO-GE Newsletter

Geschlecht
Geschlecht:
Name