Um dir bestmögliches Service zu bieten, speichert proge.at Informationen über deinen Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklärst du dich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen darüber findest Du in der Datenschutzerklärung.
www.proge.at

​Ungarn: Metallergewerkschaft sichert bei Mercedes 4.400 Jobs

VASAS stemmte sich erfolgreich gegen ungeregelten Shutdown.

Wie die überwiegende Mehrheit der Automobilhersteller hatte Mercedes in Kecskemét (Ungarn) Ende März beschlossen, die Produktion einzustellen. Die ArbeiterInnen, die von der ungarischen Metallarbeitergewerkschaft VASAS vertreten wurden, forderten Verhandlungen, um eine Lösung für die mehr als 4.400 Beschäftigten zu erreichen, damit sie auch in der Krise ihren Arbeitsplatz behalten können. Denn in Ungarn gibt es keine Möglichkeit zur Kurzarbeit.

Arbeitsrecht außer Kraft gesetzt ist

Es stand viel auf dem Spiel: das ungarische Arbeitsgesetz ist für die bis jetzt unbegrenzte Dauer des Ausnahmezustandes gänzlich außer Kraft gesetzt, die ArbeitnehmerInnen müssen selbst um ihren Schutz kämpfen. Die VASAS übernahm die Führung der Verhandlungen. In einem ersten Schritt mussten die Führungskräfte des Unternehmens überzeugt werden, das Lohnniveau und die Arbeitsplätze zu halten. Zweitens mussten sie sich darüber einigen, was mit den Arbeitsstunden geschehen würde, die während des Produktionsstopps von etwa einem Monat nicht geleistet wurden. Und drittens würde nach Ende des Produktionsstopps die Ausweitung der Überstunden zu enormen Belastung der Beschäftigten führen.

Kampferprobtes Gewerkschaftsteam

In den schwierigen Verhandlungen erreichte die VASAS eine Vereinbarung, dass alle 4.400 Beschäftigten des Werks nicht nur ihren Arbeitsplatz, sondern auch ihre Löhne nach dem im Betrieb geltenden Kollektivvertrag behalten. Als weiterer Erfolg wurde gewertet, dass ein Durchrechnungszeitraum für Überstunden von einem Jahr erreicht werden konnte, obwohl die Regierung den Durchrechnungszeitraum bereits im März auf zwei Jahre ausgeweitet hatte. Im Gegenzug verzichteten die Beschäftigten einmalig auf einen Teil des Urlaubsgeldes.

Nach einer vierwöchigen Pause konnte die Produktion im ungarischen Mercedeswerk ab 28. April Schritt für Schritt wieder aufgenommen werden.

Keine Hilfsmaßnahmen für Automobilindustrie

Da die ungarische Automobilindustrie ab März fast völlig lahmgelegt wurde und von der ungarischen Regierung keine Hilfsmaßnahmen gesetzt wurden, haben in anderen Großbetrieben der Automobilindustrie bis April rund 60.000 ArbeitnehmerInnen ihren Arbeitsplatz verloren.

>> Mehr Infos zur ungarischen Metallergewerkschaft
 

Das könnte Sie auch interessieren

02.12.2020

EGB warnt vor Anstieg der Arbeitslosigkeit

Auslaufen von Kurzarbeitsprogrammen: Mit Jahresende sechs Millionen Arbeitsplätze in der EU in Gefahr
11.11.2020

MAN: Streit über Stellenabbau eskaliert

Verhandlungen abgebrochen: Unternehmen von Kahlschlagsplänen bisher nicht abgewichen
05.11.2020

PRO-GE zu Isovolta: ArbeiterInnen sind keine Menschen zweiter Klasse!

Sozialplan nur für Angestellte ist skandalös und inakzeptabel
15.10.2020

MAN muss in Steyr bleiben - 5.000 Menschen bei Kundgebung

"Wir werden um jeden Arbeitsplatz kämpfen!"
15.10.2020

Mayr-Melnhof: 250 TeilnehmerInnen bei öffentlicher Betriebsversammlung

Sozialplan erreicht - Kampf um Arbeitsplätze geht weiter

Artikel weiterempfehlen

Newsletterauswahl

PRO-GE Newsletter

Geschlecht
Geschlecht:
Name

Mit dem Absenden dieses Formulars stimme ich der Verarbeitung meiner eingegebenen personenbezogenen Daten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.