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Hygiene Austria: PRO-GE fordert Auftraggeberhaftung bei Lohn- und Sozialdumping

Wer bewusst unseriöse Leiharbeitsanbieter beauftragt, soll auch für Missstände geradestehen

"Der Fall Hygiene Austria zeigt, wie dringend wir eine Auftraggeberhaftung bei Lohn- und Sozialdumping brauchen", fordert Thomas Grammelhofer, der für Arbeitskräfteüberlassung zuständige Branchensekretär der Produktionsgewerkschaft (PRO-GE). "Die Schein- und anderweitig fragwürdigen Firmen wurden beauftragt, obwohl deren Seriosität schon auf den ersten Blick in Zweifel gezogen werden musste", kritisiert Grammelhofer. Dass hier Missstände auftreten werden, sei keine Überraschung, sondern zu erwarten gewesen. "Wer das billigend in Kauf nimmt, soll dafür auch zur Verantwortung gezogen werden können."

"Wir dürfen nicht zulassen, dass Lohn- und Sozialdumping zur Norm werden", verweist der PRO-GE Branchensekretär darauf, dass Hygiene Austria kein Einzelfall ist. "Auf Scheinfirmen und ähnliches zurück zu greifen, ist schon bis in den staatsnahen Bereich vorgedrungen", erinnert Grammelhofer an den letzten Mai wegen eines Corona-Clusters aufgedeckten Skandal in Postverteilzentren. Eigentlich sollte selbstverständlich sein, dass sich Firmen in staatlichem (Mit)eigentum, aber auch die Nutznießer öffentlicher Aufträge, solcher Methoden nicht bedienen, stellt Grammelhofer klar: "Lohn- und Sozialdumping darf nicht mit öffentlichem Geld noch gefördert werden." Das Austria Gütezeichen für Arbeitskräfteüberlasser muss bei der Auswahl von Leiharbeitsfirmen Grundvoraussetzung sein.

Im Fall der Hygiene Austria fordert der PRO-GE Branchensekretär volle Aufklärung. Das betrifft neben den Vorwürfen der Schwarzarbeit auch alle anderen arbeitsrechtlichen Aspekte wie Entlohnung und Überstundenabgeltung, ob und welche öffentlichen Förderungen geflossen sind und die in den Medien kolportierten Missstände im Werk selbst. "Für die Arbeitsbedingungen vor Ort ist übrigens sehr wohl der Beschäftigerbetrieb und damit Hygiene Austria voll verantwortlich", erläutert Grammelhofer. Als für überlassene Arbeitskräfte zuständige Gewerkschaft werde die PRO-GE jedenfalls allen betroffenen ArbeitnehmerInnen bei der Durchsetzung von Ansprüchen unterstützend zur Seite stehen.

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