www.proge.at

Iran: Streik auf Öl- und Gasfeldern

Arbeiter fordern höhere Löhne, soziale Absicherung und bessere Lebensbedingungen

Bereits im August 2020 streikten über 10.000 Arbeiter auf den Öl- und Gasfeldern im Iran.
Streik auf einem Öl- und Gasfeldern im Iran, Aug 2020 Bereits im August 2020 streikten über 10.000 Arbeiter auf den Öl- und Gasfeldern im Iran.

Tausende Arbeiter auf den Öl- und Gasfeldern sowie in der petrochemischen Industrie im Iran befinden sich im Streik. Da unabhängige Gewerkschaften vom Regime nicht anerkannt sind, werden die Aktionen von lokalen Streikkomitees geleitet. Bereits letzten August hatten ausgehend vom South-Pars-Gasfeld, dem bei weitem größten bekannten Erdgasvorkommen der Welt, mehr als 10.000 Arbeiter die Arbeit im Kampf um höhere Löhne und bessere Lebensbedingungen niedergelegt. Der aktuelle Streik begann am 19. Juni und betrifft landesweit 22 Förderanlagen, Raffinerien und Fabriken der Öl-, Gas- und petrochemischen Industrie, berichtet die iranische Gewerkschaft der Metallarbeiter und Mechaniker UMMI dem Dachverband IndustriALL Global Union.

Subvergabe-System verhindert Verbesserungen

Dem Konflikt zugrunde liegt ein System der Untervergabe von Arbeitsaufträgen: Die Arbeiter in der Öl- und Gasförderung im Iran werden nicht direkt von den Öl- und Gasunternehmen angestellt, sondern über Subunternehmen auf Basis von verketteten Kurzzeitarbeitsverträgen, bei denen sie üblicherweise für 20 Tage Arbeit erhalten und dann für 10 Tage wieder freigestellt werden. Während der 20-tägigen Arbeitsphasen sind die Arbeiter direkt vor Ort in Schlafsälen untergebracht. Die Schlafstätten sind armselig und unhygienisch, die Verpflegung ist unterdurchschnittlich und die Löhne niedrig. Direkte Verhandlungen über Verbesserungen mit den  Betreibern werden durch das Subvergabe-System verhindert. Weit verbreitet bei den Subunternehmen ist auch die Praxis, zu niedrige Sozialversicherungsbeiträge abzuführen, mit negativen Auswirkungen auf Pensionen, Arbeitslosen- und Krankengeld der Arbeiter.

"Einmal mehr haben unsere iranischen Brüder enormen Mut und Entschlossenheit im Angesicht der Unterdrückung gezeigt. Sie nehmen einen Arbeitskampf auf um sich zu verteidigen, um ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern und um zu verlangen, dass in ihrem Heimatland die Bedürfnisse der Bevölkerung nachgekommen wird. Wir grüßen sie und stehen solidarisch hinter ihrem Kampf und ihren berechtigten Forderungen."
Kemal Özkan, stv. Generalsekretär IndustriALL Global Union.

PRO-GE erklärt sich mit Arbeitern solidarisch

In einem Schreiben an UMMI erklärte die PRO-GE ihre Solidarität für die Streikkampagne der iranischen Arbeiter. Die PRO-GE unterstützt die Forderungen nach Wiedereinstellung der 700 bereits wegen des Streiks entlassenen Arbeiter sowie nach existenzsichernden Löhnen, da die befristet Beschäftigten nicht einmal ein Drittel des Mindestlohns erhalten.

Das könnte Sie auch interessieren

02.05.2022

Streik bei UPM endet mit Einigung

Finnische PapierarbeiterInnen nehmen nach 112 Tagen Ausstand die Arbeit wieder auf
27.04.2022

Belarus: Repression gegen Gewerkschaften beenden!

PRO-GE fordert sofortige Freilassung von verhafteten GewerkschafterInnen
12.04.2022

Erklärung der Gewerkschaften des Wiener Memorandums

Gemeinsam für Frieden und Solidarität mit den Menschen aus der Ukraine
16.03.2022

Betriebsrat der Papierfabrik Wattens startet Hilfsaktion

Unterbringung von Flüchtlingen in Werkswohnungen & Spendensammlung

Solidarität mit der Ukraine

PRO-GE verurteilt Angriff auf die Ukraine und fordert sofortigen Abzug der russischen Truppen
Newsletterauswahl

PRO-GE Newsletter

Geschlecht
Geschlecht:
Name

Mit dem Absenden dieses Formulars stimme ich der Verarbeitung meiner eingegebenen personenbezogenen Daten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.