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Bundesregierung hat wenig Interesse an fairer Behandlung von ErntearbeiterInnen

Anfragebeantwortung zeigt: Aschbacher ignorierte Hinweise auf unhaltbare Zustände im Mannsdorfer Spargelbetrieb durch rumänische Botschaft
Desolate Unterkünfte, Umgehung der kollektivvertraglichen Bestimmungen und der Verdacht auf Freiheitsentziehung – in den letzten Monaten wurden viele Missstände im Bereich der Erntearbeit aufgedeckt. „Der Lockdown und die damit verbundenen Reisebeschränkungen haben gezeigt, wie wichtig die ErntearbeiterInnen für die österreichische Landwirtschaft sind. Der mediale Fokus auf diese Berufsgruppe hat dazu geführt, dass endlich breit darüber berichtet wurde, wie in einigen landwirtschaftlichen Betrieben die ArbeiterInnen, die meist aus den östlichen Mitgliedsländern der EU oder aus Drittstaaten stammen, ausgebeutet werden. Trotz allem zeigt die österreichische Bundesregierung wenig Interesse daran, Initiativen zu setzen, um die Situation der ErntearbeiterInnen zu verbessern“, so die stv. Bundesvorsitzende der Produktionsgewerkschaft (PRO-GE) Klaudia Frieben.
 
Die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage durch die Ministerinnen Köstinger (Landwirtschaft) und Aschbacher (Arbeit) bestätige dies, denn sie sei mehr als dürftig ausgefallen, kritisiert Frieben. „Auf Fragen, was man denn bisher getan habe, um die Missstände in der Erntearbeit zu beseitigen, wird auf die Behörden verwiesen, Verantwortung wird seitens der Ministerinnen keine übernommen. Lediglich die Ankündigung eines Stakeholder-Dialogs zu Mindestregelungen für Unterkünfte ist positiv zu bewerten. Doch auch hier bleibt abzuwarten, ob sich die Agrarlobby durchsetzt oder ob es wirklich darum geht, die Bedingungen für die Beschäftigten substanziell zu verbessern“, so die Gewerkschafterin. 
 
Was Frieben bei der Anfragebeantwortung besonders erstaunt hat, ist der Umstand, dass Ministerin Aschbacher angegeben hat, Fälle wie die des Mannsdorfer Spargelbetriebes, bei dem die ErntearbeiterInnen in schimmeligen Zimmern untergebracht wurden, nur aus den Medien zu kennen. „Bereits am 9. Juni – einige Tage vor dem Bekanntwerden in den Medien - hat die zuständige Attachée der rumänischen Botschaft in einem Mail, das unter anderem an Ministerin Aschbacher und an ArbeitnehmervertreterInnen gerichtet war, auf die unhaltbaren Zustände im Spargelbetrieb hingewiesen“, erläutert Frieben. „Lesen Sie Ihre E-Mails nicht? Ist es bei Ihnen im Ministerium Usus, dass E-Mails von Botschaften ignoriert werden? Oder haben Sie schlicht die Unwahrheit gesagt? Was auch immer der Grund ist, es lässt auf jeden Fall tief blicken und gibt wenig Hoffnung, dass sich die Mitglieder dieser Bundesregierung für eine faire Behandlung von ErntearbeiterInnen einsetzen werden“, so die stv. Bundesvorsitzende in Richtung Arbeitsministerin.

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