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Soziale Gerechtigkeit vom Feld bis auf den Tisch

Unter dem Motto "Soziale Gerechtigkeit vom Feld bis auf den Tisch" legt die Europäische Gewerkschaftsföderation für den Landwirtschafts-, Nahrungsmittel- und Tourismussektor (EFFAT) seit ihrem Kongress im Oktober 2009 einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf den Kampf gegen prekäre Beschäftigung.

EFFAT-Projekt zur Bekämpfung von prekärer Beschäftigung

Unter dem Motto "Soziale Gerechtigkeit vom Feld bis auf den Tisch" legt die Europäische Gewerkschaftsföderation für den Landwirtschafts-, Nahrungsmittel- und Tourismussektor (EFFAT) seit ihrem Kongress im Oktober 2009 einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf den Kampf gegen prekäre Beschäftigung. Denn soziale Sicherheit macht nicht arm, sondern ist eine Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg. Sie schafft sozialen Frieden und erhöht die Bereitschaft der Menschen, Veränderungen zu akzeptieren und mit zu gestalten.

Die EU engagiert sich für politische Programme, die Europa zu einem höchst wettbewerbsfähigen, dynamischen und wissensbasierten Wirtschaftsraum machen sollen, in dem fortschrittliche soziale Rechte gelten. Diese Bestrebung unterscheidet sich jedoch von dem, was die Gewerkschaften vor Ort feststellen: Statt die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen durch umfassende Qualifizierung der Beschäftigten, durch bessere Qualität und mehr Innovationen zu steigern, wird immer mehr outgesourct, dereguliert und prekarisiert.

Das Ergebnis sind soziales Dumping, Niedriglöhne und zunehmende soziale Ungleichbehandlungen: Leih- und SaisonarbeitnehmerInnen, ArbeitnehmerInnen mit befristeten und Teilzeit-Arbeitsverträgen, WanderarbeitnehmerInnen und Scheinselbständige, UntervertragsarbeitnehmerInnen und SchwarzarbeiterInnen - sie alle sind ArbeitnehmerInnen 2. oder gar 3. Klasse geworden, darunter ein hoher Anteil von Frauen.

Der Landwirtschafts-, Lebensmittel- und Tourismussektor sind von diesen Entwicklungen besonders stark betroffen. Viele ArbeitnehmerInnen im Landwirtschafts-, Tourismus- und Lebensmittelsektor sind heute aufgrund von Hungerlöhnen nicht mehr in der Lage, durch ihre Arbeit ihren vollen Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Sie sind auf Sozialversicherungsleistungen und staatliche Unterstützung angewiesen, um zu überleben. Erwerbsarbeit schützt weniger denn je vor Armut.

Hinzu kommt, dass durch Outsourcing und Untervergabe von Aufträgen an Subunternehmen in der Regel bestehende tarifvertragliche und gesetzliche Regelungen unterlaufen werden. Die Schwächung oder gar Demontage und Zerstörung von funktionierenden Strukturen des sozialen Dialogs und der Tarifverhandlungen in vielen EU Ländern untergraben die soziale Demokratie und das europäische Sozialmodell.

Prekäre Beschäftigung bedeutet im Allgemeinen schlechte Löhne, unsichere Arbeitsplätze, mangelnder Beschäftigungsschutz für die Arbeitnehmer und die Schwierigkeit, dass diese eine Familien erhalten können. Prekär sind Arbeitsverhältnisse ohne oder mit geringer Arbeitsplatzsicherheit, mit niedrigen und ungesicherten Löhnen, mit mangelnder sozialer Sicherheit (Pensionen, Kranken- und Arbeitslosenversicherung), ohne Kündigungsschutz, ohne Berufsbildung, ohne oder mit geringem Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz und ohne Gewerkschaftsvertretung.

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