Zum Hauptinhalt wechseln

Klares Nein zur Erhöhung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters

IV fordert "arbeiten bis ins Grab", anstatt Älteren Chancen am Arbeitsmarkt zu geben

Großaufnahme: Ausfüllen eines Pensionsantrags

Der Bundesvorsitzende der Produktionsgewerkschaft (PRO-GE), Reinhold Binder, erteilt der Forderung der IV nach einer Anpassung des Pensionsantrittsalters an die Lebenserwartung eine klare Absage: „Rund ein Drittel der Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat keine Beschäftigten über 60 Jahre. Anstatt Verunsicherung zu verbreiten und arbeiten bis ins Grab zu fordern, sollte sich die Industriellenvereinigung damit auseinandersetzen, wie auch Älteren am Arbeitsmarkt eine Chance gegeben werden kann.“ 

Hohe Arbeitslosigkeit leistet schlechten Arbeitsbedingungen Vorschub

Derzeit steige die Arbeitslosigkeit, insbesondere unter Älteren, dennoch rückt die Industriellenvereinigung nicht von ihrem ideologiegetriebenen Standpunkt ab. „Die Erklärung ist wohl, dass der Wirtschaftsseite eine hohe Arbeitslosenquote entgegenkommt. Je mehr Menschen verzweifelt einen Job suchen, umso eher sind sie bereit, schlechte Arbeitsbedingungen und geringe Bezahlung in Kauf zu nehmen. Kurz gesagt, sie müssen Lohndrückerei seitens der Wirtschaft akzeptieren“, so Binder. Wird das gesetzliche Pensionsantrittsalter hinaufgesetzt, sei anzunehmen, dass sich die Situation am Arbeitsmarkt weiter verschärft. Auch durch den demographischen Wandel könne keine Entwarnung gegeben werden, da nicht absehbar sei, wie sich die Arbeitswelt verändert, beispielsweise durch den Einsatz von KI.

IV lässt Fakten außer Acht - österreichisches Pensionssystem ist sicher

Bemerkenswert sei auch, dass die Industriellenvereinigung eine faktenbasierte und ideologiefreie Debatte über das Pensionssystem einfordert und dabei die Fakten ignoriert.  Laut dem Ageing Report 2024 der Europäischen Kommission ist die langfristige Finanzierbarkeit des österreichischen Pensionssystems nämlich grundsätzlich gewährleistet. Auch die Alterssicherungskommission sieht bis 2030 zwar noch einen Anstieg der staatlichen Ausgaben für Pensionen, dann sollte sich die Kurve abflachen.  „Wer ideologische Debatten entfacht, ist also die Industriellenvereinigung – gegen die hart arbeitenden Menschen, die es sich verdient haben, mit 65 in die Pension zu gehen“, betont der Gewerkschaftsvorsitzende abschließend.