Tiefkühlgemüse aus Österreich
Ardo: Profitgier darf nicht 240 Arbeitsplätze und Lebensmittelproduktion vernichten
Gewerkschaft kritisiert Verkaufsverweigerung scharf und fordert deutlich besseren Sozialplan
Die Produktionsgewerkschaft PRO-GE verschärft ihre Kritik am belgischen Tiefkühlkonzern Ardo. Besonders empörend ist für die Gewerkschaft, dass der Konzern seinen Standort in Groß-Enzersdorf schließen will und Angebote auf Unterstützung bzw. Übernahme ausgeschlagen hat. Rund 190 Beschäftigte sowie etwa 50 Leiharbeitskräfte sind von der geplanten Schließung betroffen.
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Dietmar Breiner, Arbeiterbetriebsrat bei Ardo, ruft zu Soliaktionen auf: "Mach ein Foto mit einem Unterstützungsplakat und poste es in den Sozialen Medien!"
Arbeitsplatzvernichtung mit Ansage
„Wer ein Werk selbst nicht mehr betreiben will, gleichzeitig aber eine mögliche Übernahme blockiert, vernichtet Arbeitsplätze mit Ansage. Das ist verantwortungslos. Hier werden Beschäftigte, bäuerliche Betriebe und eine ganze Region einer Konzernentscheidung geopfert. Für uns drängt sich der Eindruck auf, dass Profitgier wichtiger sind als Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung“, kritisiert PRO-GE-Bundesvorsitzender Reinhold Binder.
Viele Arbeitsplätze hängen am Werk in Groß-Enzersdorf
Für die PRO-GE geht es daher um mehr als die unmittelbar betroffenen Arbeitsplätze. Das Werk in Groß-Enzersdorf ist der heimische Hauptlieferant für Tiefkühlgemüse und daher sehr relevant für die Versorgungssicherheit. Bereits jetzt gebe es erste negative Auswirkungen in der Landwirtschaft. So wurde laut Medienberichten nach der Schließungsankündigung der Herbstanbau von Tiefkühlspinat für die kommende Frühjahrsernte nicht durchgeführt.
Hier wird funktionierende heimische Lebensmittelproduktion mutwillig aufs Spiel gesetzt.
Binder fordert Gespräche über Weiterführung des Standorts
„Hier wird funktionierende regionale Lebensmittelproduktion mutwillig aufs Spiel gesetzt. Kurze Wege, heimische Produktion, Arbeitsplätze und Wertschöpfung im Marchfeld werden gefährdet, damit ein internationaler Konzern seine Produktion anderswo konzentrieren kann“, so Binder, der Ardo erneut auffordert, Gespräche über eine Übernahme und Weiterführung des Standorts zu ermöglichen.
Angebot für Sozialplan unzureichend
Parallel zur Auseinandersetzung um die Zukunft des Werkes laufen Sozialplanverhandlungen. Auch hier sieht die PRO-GE erheblichen Gesprächsbedarf. „Wenn Ardo schon Arbeitsplätze vernichten will, dann kann sich der Konzern nicht auch noch bei den betroffenen Beschäftigten aus der Verantwortung stehlen. Das bisherige Angebot ist völlig unzureichend. Wer Menschen nach vielen Jahren Arbeit vor die Tür setzt, muss für einen ordentlichen Sozialplan auch ordentlich Geld in die Hand nehmen“, fordert Binder.