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Wer das Pensionsantrittsalter erhöhen will, ignoriert die Realität der Arbeitswelt

PRO-GE Binder zu Wifo: Arbeiten bis 67 ist die falsche Antwort auf die Herausforderungen des Pensionssystems

Ein älteres Paar beim Wandern in den Bergen
Statt einem höheren Pensionsantrittsalter, braucht es Maßnahmen, die Menschen gesund und sicher bis zum Pensionsantritt im Erwerbsleben zu halten. Adobe Stock

Die Forderung des Wifo-Chefs Gabriel Felbermayr nach einer Erhöhung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters auf mindestens 67 Jahre weist die PRO-GE entschieden zurück. Die langfristige Sicherung des Pensionssystems gelingt nicht durch eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters, sondern indem Menschen bis zum tatsächlichen Pensionsantritt gesund in Beschäftigung bleiben können. Durch eine Anhebung würden jene bestraft, die jahrzehntelang unter oft körperlich belastenden Bedingungen gearbeitet haben. „Wer behauptet, man müsse die Menschen künftig einfach länger arbeiten lassen, hat keine Ahnung von der Realität der Arbeitswelt. Viele Beschäftigte erreichen das Pensionsalter bereits gesundheitlich angeschlagen oder verlieren davor ihren Arbeitsplatz. Arbeiten bis 67 bedeutet für viele nicht zwei Jahre mehr Beschäftigung, sondern zwei Jahre mehr Arbeitslosigkeit oder Krankheit“, kritisiert der Bundesvorsitzende der Produktionsgewerkschaft Reinhold Binder.

„Wer das Pensionssystem absichern will, muss die Beschäftigung stärken“
Reinhold Binder, Bundesvorsitzender der PRO-GE

Statt ständig über ein höheres Pensionsantrittsalters zu diskutieren, fordert die PRO-GE Maßnahmen, die Menschen tatsächlich gesund und sicher bis zum gesetzlichen Pensionsantritt im Erwerbsleben zu halten. Dazu gehören altersgerechte Arbeitsplätze, Gesundheitsschutz und Prävention, bessere Chancen für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am Arbeitsmarkt sowie die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit in den letzten Berufsjahren, etwa durch die Einführung eines Bonus-Malus-Systems für Unternehmen. „Die entscheidende Frage lautet, wie wir dafür sorgen, dass mehr Menschen bis zur Pension einen guten Arbeitsplatz haben. Wer das Pensionssystem absichern will, muss die Beschäftigung stärken, anstatt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern immer neue Belastungen aufzubürden“, betont Binder.