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Kinderarbeit ist ein Verbrechen gegen die Kindheit

Mit der Kampagne „Wir gegen Kinderarbeit“ wollen Gewerkschaften den Kampf gegen Kinderarbeit vorantreiben.

Kakaobohnen in einer Hand
Fairtrade, Sean Hawkey

Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gehen von etwa 140 Millionen Kindern weltweit aus, die arbeiten müssen. 50 Millionen davon unter gefährlichen Bedingungen.

Wir gegen Kinderarbeit

2015 hat sich die Weltgemeinschaft im Rahmen der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDG 8.7) verpflichtet, Kinderarbeit bis 2025 abzuschaffen. Obwohl die Zahl seit 2000 gesunken ist, wurde dieses Ziel klar verfehlt. Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB), solidar Austria und das Netzwerk International wollen mit der ganzjährigen Kampagne „Wir gegen Kinderarbeit!“ den Kampf gegen Kinderarbeit wieder vorantreiben.

Die Realität ist erschütternd: Über 1,5 Millionen Kinder schuften im Kakaosektor, vor allem in der Elfenbeinküste und Ghana, hantieren mit Macheten und tragen schwere Lasten. Rund 40.000 Kinder arbeiten in den Kobalt- und Coltan-Minen der Demokratischen Republik Kongo unter lebensgefährlichen Bedingungen. In den Textilfabriken Südasiens werden Kinderrechte systematisch mit Füßen getreten.

Als Kinderarbeit wird Arbeit definiert, die Kindern ihr Potenzial und ihre Würde raubt, ihrer psychischen und physischen Entwicklung schadet und sie vor allem vom Schulbesuch abhält.

Gesetz gegen Verkauf von Waren aus Kinderarbeit

„Wenn wir in Österreich Schokolade essen, Smartphones nutzen oder Kleidung kaufen, profitieren wir von globalen Lieferketten, in denen Kinder ausgebeutet werden“, erklärt Peter Schissler, Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft PRO-GE und Vorsitzender von solidar Austria, dem entwicklungspolitischen Verein der österreichischen Gewerkschaftsbewegung. „Freiwillige Selbstverpflichtungen von Unternehmen sind gescheitert. Österreich muss jetzt handeln: Wir brauchen ein produktbezogenes Gesetz, das den Verkauf von Waren aus Kinderarbeit verbietet. Und Österreich muss offiziell der internationalen SDG 8.7 Allianz beitreten. Das sind keine unrealistischen Forderungen, sondern bittere Notwendigkeit, um unserer Verantwortung gerecht zu werden.“

Kinderrechte verdienen globale Verantwortungsübernahme

Marcus Strohmeier, Internationaler Sekretär des ÖGB verweist ebenfalls auf die globale Verantwortung, Kinderarbeit zu beenden und dass der Kampf gegen Kinderarbeit ein urgewerkschaftliches Anliegen ist. „Kinderarbeit verschwindet nicht durch Verbote allein, sondern durch existenzsichernde Löhne für die Eltern. Wer Kinderarbeit wirklich beenden will, muss Gewerkschaften stärken und für faire Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern sorgen. Geht’s den Eltern gut, geht’s den Kindern gut – das ist unsere zentrale Botschaft“, so Strohmeier.

„Wir brauchen keine weiteren unverbindlichen Absichtserklärungen, sondern einen bindenden Aktionsplan mit strengen Sanktionsmechanismen. Die 137,6 Millionen arbeitenden Kinder weltweit können nicht länger warten“, appellieren Strohmeier und Schissler abschließend.