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Niederösterreich

Streikfreigabe für Tiefkühlproduzenten Ardo Austria Frost

"Es reicht! Die Kolleginnen und Kollegen sind massiv von der Teuerung betroffen und brauchen jeden Euro, um über die Runden zu kommen. Trotz eines Konzerngewinns von rund 78 Millionen Euro, werden seit Wochen Verhandlungen über eine Erhöhung der Löhne und Zulagen verweigert. Wir werden von der österreichischen Werksleitung und von den belgischen Konzernmanagern im Kreis geschickt. Das ist respektlos", ärgert sich der Vorsitzende des Arbeiterbetriebsrats, Dietmar Breiner.

Streikfreigabe

Die Gewerkschaft PRO-GE hat daher Mitte August beim ÖGB die Streikfreigabe für die rund 150 Arbeiterinnen und Arbeiter von Ardo Austria Frost in Groß-Enzersdorf (Niederösterreich) beantragt. "Wir werden Betriebsrat und Belegschaft mit ganzer Kraft unterstützen. Ardo Austria Frost ist ein bekannter Leitbetreib in der Region. Die Vorgangsweise des Managements ist unverständlich und inakzeptabel“, sagt Reinhold Binder, Bundesvorsitzender der PRO-GE. Die Streikfreigabe wurde umgehend erteilt.

Teuerung mit innerbetrieblicher Lohnerhöhung abfedern

Am Standort wird in drei bis vier Schichten unter anderem für bekannte Marken wie Iglo und Tiefkühlprodukte der Supermarktketten wie Hofer, Billa oder Spar produziert. Rund 400 Bauern aus dem Marchfeld liefern dem Betrieb die Rohstoffe, darunter zum Beispiel Erbsen, Karotten oder Spinat. "Wir sind in Österreich der Hauptproduzent von Tiefkühlgemüse. Die Arbeit in der Produktion oder im Tiefkühllager ist schwer und erfordert eine hohe Flexibilität der Beschäftigten, weil man nicht schon Wochen vorher voraussagen kann, wann ein Gemüse erntereif ist. Daher wäre es gerade in diesen schwierigen Zeiten angebracht, die Beschäftigten zu unterstützen und die Teuerung mit einer nachhaltigen innerbetrieblichen Lohnerhöhung abzufedern", kritisiert der Betriebsrat. Im Schnitt verdient ein Produktionsmitarbeiter inklusive aller Zulagen zwischen 1.700 und 2.100 Euro netto pro Monat.

Verhandlungen auf Augenhöhe

Der Betriebsrat fordert unter anderem eine dauerhafte Erhöhung der Löhne um 200 Euro netto. "Uns ist vor allem die Nachhaltigkeit wichtig, denn auch die Teuerung ist dauerhaft. Da helfen Einmalzahlungen wenig", so Breiner. Sollte es weiterhin keine Verhandlungen auf Augenhöhe geben, werde die Belegschaft die Weichen für gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen stellen. 

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