Frühjahrslohnrunde für 130.000 Industrie-Beschäftigte startet
Verhandlungsreigen beginnt mit Elektro- und Elektronikindustrie, Gewerkschaften sehen Aufwärtstrend in der Industrie
Diese Woche starten PRO-GE und GPA in die Frühjahrslohnrunde für einige der größten Industriebranchen des Landes. Insgesamt sind rund 130.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Chemischen Industrie, in der Elektro- und Elektronikindustrie (EEI), im Glasindustriesektor, in der Papierindustrie und in der Textilindustrie beschäftigt. Diese Branchen erzielen einen jährlichen Umsatz von mehr als 50 Milliarden Euro. Das sind rund 25 Prozent des Produktionswertes der gesamten heimischen Industrie (ohne Bauindustrie).
Nachhaltige Lohnerhöhungen zur Sicherung der Kaufkraft
„Der Fokus bei den Kollektivertragsverhandlungen liegt beim Geld, es geht vor allem um dauerhafte Lohnerhöhungen. Denn die Inflationsbelastung geht zwar zurück, aber nach wie vor ist die Stärkung der Kaufkraft wichtig - vor allem für niedrige Einkommen, die besonders stark unter der hohen Teuerung der letzten Jahre leiden“, betont PRO-GE-Bundesvorsitzender Reinhold Binder.
Konjunktur: Es geht wieder aufwärts
Die Industrie-Konjunktur helle sich zudem auf, bereits jetzt gebe es in einzelnen Bereichen sehr erfreuliche Ergebnisse, die unter anderem mit hoher Auslastung, Investitionen und Kapazitätsausbau sowie mit vollen Auftragsbüchern einher gehen. „Es geht aufwärts. Das bestätigen die Zahlen. Sie sind spürbar besser und deutlich erfreulicher als die ständigen Stimmungsumfragen suggerieren “, sagt der PRO-GE Vorsitzende.
Klares Nein zu Null-Lohnrunden
Die Gewerkschaften erwarten im heurigen KV-Frühling sehr intensive Verhandlungen. Möglichen Null-Lohnrunden-Fantasien erteilt Binder bereits jetzt eine klare Absage: „Es geht um Wertschätzung der Leistungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Daher Ja zu Kollektivvertragsverhandlungen auf Augenhöhe. Aber ein klares Nein zu respektlosen Null-Lohnrunden-Forderungen.“
Die ersten Verhandlungsrunden im Überblick:
Elektro- & Elektronikindustrie (rund 60.000 Beschäftigte)
- 5. März: 1. Verhandlung
- 9. April: 2. Verhandlung
- Gültigkeitstermin für den neuen Kollektivertrag: 1. Mai 2026
Textilindustrie (rund 7.500 Beschäftigte)
- 11. März: 1. Verhandlung
- 23. März: 2. Verhandlung
- Gültigkeitstermin für den neuen Kollektivertrag: 1. April 2026
Chemische Industrie (rund 50.000 Beschäftigte)
- 24. März: 1. Verhandlung
- 9. April: 2. Verhandlung
- Gültigkeitstermin für den neuen Kollektivertrag: 1. Mai 2026
Papierindustrie (rund 8.000 Beschäftigte)
- 9. April: 1. Verhandlung
- 14. April: 2. Verhandlung
- Gültigkeitstermin für den neuen Kollektivertrag: 1. Mai 2026
Glasindustrie (rund 6.800 Beschäftigte)
- 12. Mai: 1. Verhandlung
- 1. Juni: 2. Verhandlung
- Gültigkeitstermin für den neuen Kollektivertrag: 1. Juni 2026
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