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KV Elektro- und Elektronikindustrie

Wir fordern 3,5 Prozent mehr Lohn!

BR-Konferenz: 500 Belegschaftsvertreter:innen beschließen Betriebsversammlungen von 11. bis 13. Mai

Rund 500 Betriebsrätinnen und Betriebsräte der Elektro- und Elektronikindustrie haben heute bei einer Konferenz im Vienna Airport Conference & Innovation Center die weitere Vorgangsweise bei den Kollektivvertragsverhandlungen beschlossen. Noch vor der vierten Verhandlung am 18. Mai werden in den Unternehmen Betriebsversammlungen abgehalten, um die Beschäftigten über den Stand der KV-Runde zu informieren. „Die Verärgerung der Belegschaftsvertreter:innen über das 1-Prozent-Angebot der Arbeitgeber war deutlich spürbar. Es liegt um 2,3 Prozent unter der relevanten Inflationsrate. Der Beschluss, von 11. bis 13. Mai Betriebsversammlungen abzuhalten, ist daher einstimmig“, kommentiert PRO-GE Verhandlungsleiter Reinhold Binder.

„Es brodelt in den Betrieben“

Die Belegschaftsvertreter:innen haben heute auch die Forderung nach mehr Lohn konkretisiert: Die Einkommen sollen rückwirkend mit 1. Mai um 3,5 Prozent steigen. „Die bisher angebotene Mini-Erhöhung ist äußerst respektlos gegenüber den Beschäftigten. Wir sind weiter bereit zu sozialpartnerschaftlichen Verhandlungen auf Augenhöhe, aber scheuen auch nicht den Konflikt. Die Zustimmung, weitere gewerkschaftliche Maßnahmen zu setzen, wird von Stunde zu Stunde größer. Die fehlende Wertschätzung erhöht merklich die Kampfbereitschaft. Es brodelt in den Betrieben“, fasst Binder zusammen. Neben einer Erhöhung von 3,5 Prozent fordern die Gewerkschaften PRO-GE und GPA auch eine bessere Bezahlung für sehr belastende Arbeitszeiten. So soll die Zulage für die zweite Schicht auf 1,50 Euro pro Stunde und für die dritte Schicht auf fünf Euro pro Stunde steigen. Zudem stehen unter anderem eine zusätzliche Pflegefreistellung für Eltern von Kindern mit Behinderung und die leichtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche auf dem Forderungsprogramm.

Aufwärtstrend rechtfertigt ordentliche Lohnerhöhung

PRO-GE und GPA beurteilen die wirtschaftliche Entwicklung der Branche positiv. Es gebe Bereiche mit sehr erfreulichen Ergebnissen, die unter anderem mit hoher Auslastung, Investitionen, Kapazitätsausbau und mit vollen Auftragsbüchern einhergingen. Der Umsatz pro Kopf sei gestiegen. Die Arbeitsbelastung für die Beschäftigten habe sich merklich erhöht. „Die Zahlen belegen einen klaren Aufwärtstrend. Ordentliche Lohnerhöhungen sind daher gerechtfertigt“, betont PRO-GE Verhandlungsleiter Binder. Der neue Kollektivvertrag sollte bereits seit 1. Mai gelten.

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