3. KV-Runde Elektro- und Elektronikindustrie ohne Ergebnis
Respektloses Angebot von einem Prozent ist schweres Foul an den Beschäftigten
Die dritte Kollektivvertragsverhandlung für die rund 60.000 Beschäftigten der Elektro- und Elektronikindustrie (EEI) wurde am 29. April nach wenigen Stunden ohne Ergebnis unterbrochen. Die Arbeitgeber bieten an, die Löhne um 1 Prozent anzuheben. Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA werten das bewusst niedrige Angebot als Kampfansage gegen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: “Ein Prozent nach insgesamt drei Verhandlungsrunden anzubieten, ist respektlos. Das ist ein schweres Foul an den Beschäftigten. Wir werden daher gemeinsam mit den Betriebsrätinnen und Betriebsräten Maßnahmen beschließen“, fasst PRO-GE Verhnadlungsleiter Reinhold Binder zusammen.
Betriebsrät:innenkonferenz am 6. Mai
Die Gewerkschaften rufen alle Betriebsrätinnen und Betriebsräte der Branche auf, bei einer gemeinsamen Konferenz am 6. Mai die weitere Vorgangsweise zu beraten. „Klar ist, wir werden die Gangart ab nächster Woche verschärfen. Wenn es notwendig ist, werden wir auch gemeinsam mit den Belegschaften den Druck erhöhen. Es geht um Wertschätzung und um ordentliche Lohnerhöhungen“, betont Binder.
Wirtschaftliche Entwicklung rechtfertigt ordentliche Erhöhung
Die Gewerkschaften verweisen einmal mehr auf die positive wirtschaftliche Entwicklung der Branche. Auch der Iran-Krieg und die Blockade der wichtigen Schifffahrtsroute würden der Branche bisher keine Schwierigkeiten bereiten. "Die heimischen Elektro -und Elektronikindustrie ist trotz konjunktureller Herausforderungen sehr erfolgreich. Der Umsatz pro Kopf ist gestiegen. Die Arbeitsbelastung für die Beschäftigten hat sich deutlich erhöht. Faire Lohnerhöhungen sind daher gerechtfertigt", sagt der PRO-GE bundesvorsitzende.
Mehr Geld bei belastenden Arbeitszeiten
Neben den Erhöhungen von Löhnen, Gehältern und Lehrlingseinkommen fordern die Gewerkschaften auch eine bessere Bezahlung für sehr belastende Arbeitszeiten. So soll die Zulage für die zweite Schicht auf 1,50 Euro pro Stunde und für die dritte Schicht auf fünf Euro pro Stunde steigen. Zudem steht unter anderem eine zusätzliche Pflegefreistellung für Eltern von Kindern mit Behinderung auf dem Forderungsprogramm.
Der neue Kollektivvertrag sollte bereits ab 1. Mai gelten. Der nächste Verhandlungstermin wurde für den 18. Mai vereinbart.