Zum Hauptinhalt wechseln

KV Papierindustrie

Betriebsrät:innenkonferenz Papierindustrie am 28. April 2026 in Wien

Gewerkschaften fordern faires Angebot statt Mogelpackung!

Nach Scheitern der fünften Runde: Betriebsversammlungen starten in ganz Österreich

In der fünften Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag der rund 7.500 Beschäftigten der Papierindustrie am 5. Mai kam es zu keiner Einigung. Seitens der Arbeitgeber wurde folgendes Angebot vorgelegt: Die KV-Mindestlöhne sollen um 1,8 Prozent erhöht werden. Die IST-Löhne sollen um 2,0 Prozent, jedoch maximal 100 Euro steigen. Für Betriebe mit negativem EBIT wollen die Arbeitgeber die IST-Löhne um 2,0 Prozent, aber maximal 60 Euro erhöhen. Weiters soll es für positiv bilanzierende Betriebe eine Einmalzahlung von 500 Euro geben. Für die Gewerkschaften PRO-GE und GPA ist das Angebot weiterhin nicht akzeptabel, deshalb folgen nun Betriebsversammlungen in ganz Österreich.

Arbeitgeber haben Angebot verschlechtert

„Das ist kein seriöses Angebot, sondern eine Mogelpackung. Was auf den ersten Blick wie ein Verhandlungsvorschlag aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Fleckerlteppich voller Ausnahmebestimmungen, die für uns in dieser Form nicht akzeptabel sind“, betont PRO-GE Verhandlungsleiter Wolfgang Cerne. Zudem fällt die durchschnittliche Lohnerhöhung geringer aus als noch im letzten Angebot der Arbeitgeber. „Die Beschäftigten haben sich eine faire Abgeltung ihrer Leistung verdient. Stattdessen wird ihnen ein verschlechtertes Angebot vorgelegt – das ist nicht wertschätzend“, kritisiert Cerne.

Betriebsversammlungen in ganz Österreich

Daher werden die Beschäftigten der Branche nun in Betriebsversammlungen über den aktuellen Verhandlungsstand informiert und über weitere Maßnahmen beraten. „Es liegt an den Arbeitgebern ihre aktuelle Zugangsweise zu überdenken und damit den Weg für einen sozialpartnerschaftlichen Kompromiss freizumachen. Andernfalls sind auch wir bereit den Druck zu erhöhen“, betont der PRO-GE Verhandlungsleiter. PRO-GE und GPA fordern weiterhin einen Ausgleich der Teuerungsrate von 3,35 Prozent. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 21. Mai 2026 in Graz statt.