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Für ein Leben ohne Gewalt

16 Tage gegen Gewalt an Frauen - PRO-GE unterstützt Kampagne für ein gewaltfreies Leben von Frauen und Mädchen

Gewalt gegen Frauen
Die Gewerkschaft PRO-GE setzt auf Information und Angebote für Betriebsrät:innen, da sie oft eine wichtige Anlaufstelle für Betroffene sind. Pixabay, ninocare

Jedes Jahr finden vom 25. November bis zum 10. Dezember die „16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen" statt – eine weltweite Kampagne, die auf Gewalt an Frauen aufmerksam macht. Diese Kampagne ist nicht nur ein Appell an die Gesellschaft, sondern auch eine gute Gelegenheit, die eigene Verantwortung zu reflektieren und aktiv für die Rechte von Frauen einzutreten. Auch die PRO-GE unterstützt die Kampagne für ein gewaltfreies Leben von Frauen – nicht nur in der Familie und im öffentlichen Raum, sondern auch am Arbeitsplatz.

Das Wichtigste in Kürze

  • EU-weit hat statistisch jede dritte Frau Gewalt erlebt – ein großer Teil davon durch den Partner.
  • Aus einer Gewaltbeziehung auszubrechen ist oft schwierig. Aber auch am Arbeitsplatz sind Frauen oft von Gewalt betroffen. Dabei geht es nicht nur um direkte Übergriffe, sondern auch um strukturelle Ungleichgewichte und Benachteiligungen.
  • Nimmt man Gewalt im Umfeld wahr, sollte man das Schweigen durchbrechen und sich an eine Beratungsstelle oder den Betriebsrat wenden.
  • Ökonomische Unabhängigkeit durch ein gesichertes Einkommen, von dem man leben kann ist für Frauen (und ihre Kinder) besonders wichtig. Dafür machen sich Gewerkschaften, ÖGB und Arbeiterkammern stark.
  • Das Wichtigste, was Einzelne gegen Gewalt an Frauen unternehmen können ist hinzuschauen und zu handeln.
  • Auch für Unternehmen gibt es Unterstützung, die präventive Maßnahmen setzen wollen aber auch bei Konzepten nach Gewaltvorfällen.

Die Fakten

Gewalt gegen Frauen ist ein gravierendes gesellschaftliches Problem, das in vielen Formen auftritt. Es geht dabei um körperliche, psychische oder sexuelle Gewalt. Diese Gewalt findet oft hinter verschlossenen Türen statt. Statistiken belegen, dass das eigene Zuhause der gefährlichste Ort für Frauen ist.

Doch auch am Arbeitsplatz sind Frauen nicht sicher: Bedrohungen, Belästigungen, Diskriminierungen und Beleidigungen, auch tätliche Angriffe auf Beschäftigte werden zunehmend relevant. Laut dem Bericht der European Trade Union Confederation (ETUC, Website auf Englisch) zu Gewalt am Arbeitsplatz ist in Österreich jede vierte Frau ab ihrem 15. Lebensjahr betroffen. EU-weit ist es sogar jede dritte Frau.

Auch in Bezug auf Diskriminierung und geschlechtsspezifische Ungleichbehandlung gibt es nach wie vor große Probleme. Dabei geht es nicht nur um direkte Übergriffe, sondern auch um strukturelle Ungleichgewichte, die Frauen in vielen Branchen benachteiligen und damit auch eine Grundlage für Gewalt schaffen können.

Selbstbestimmung als Basis für ein gewaltfreies Leben

ÖGB, Gewerkschaften und Arbeiterkammer setzen sich dafür ein, dass Frauen und Mädchen sicher, selbstbestimmt und unabhängig leben können – frei von Gewalt und Aggressionen. Dafür brauchen sie aber gute Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und ein gesichertes Einkommen, von dem man auch leben kann. Obwohl in Österreich mittlerweile 72 Prozent der Frauen berufstätig sind, ist ihre Unabhängigkeit dadurch nicht garantiert: Viele arbeiten in Niedriglohnbranchen, jede zweite nur Teilzeit – und das oft unfreiwillig und aufgrund von Betreuungspflichten, sei es für die Kinder oder pflegende Angehörige. Viele müssen ihren Job sogar gänzlich aufgeben, besonders für gewaltbetroffene Frauen ist das fatal. Ein niedriges oder gar kein Einkommen erschwert es ihnen, gegen Gewalt vorzugehen oder der Gewaltsituation zu entkommen.

Was können Einzelne tun?

  • Hinschauen und handeln: Wenn du Gewalt an Frauen oder Mädchen wahrnimmst, brich das Schweigen! Passiert es im Betrieb, geh zu deinem Betriebsrat oder wende dich an die Gewerkschaft. Weitere Anlaufstellen findest du unten.
  • Merke dir dieses Handzeichen! Damit können Frauen in der Öffentlichkeit still um Hilfe bitten, wenn sie von häuslicher Gewalt betroffen sind. Wie wichtig es ist das Zeichen zu kennen, zeigte sich erst kürzlich in Niederösterreich.
Dieses Handzeichen ist der internationale Hilferuf bei häuslicher Gewalt. Wikipedia

 

  • Der ÖGB bietet unter "Wege aus der Gewalt" speziell für Arbeitnehmer:innenvertretungen Infos und Möglichkeiten, das schwierige Thema Gewalt anzusprechen und Unterstützung zu vermitteln.
  • Setze mit einer weißen Schleife auf deinem Profilbild ein Zeichen gegen Gewalt in den Sozialen Medien.
    Der ÖGB unterstützt die White Ribbon Kampagne, die sich für ein gewaltfreies Leben von Frauen einsetzt. Sie ist die weltweit größte Bewegung von Männern, die Männergewalt in Beziehungen beenden wollen. Mit dem Profilbildgenerator des ÖGB kannst du dich mit einer weißen Schleife auf deinem Profilbild solidarisch zeigen.
  • Die PRO-GE Frauenabteilung hat in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt die Broschüre "Schutz bei Gewalt gegen Frauen - Das Gewaltschutzgesetz" herausgebracht. Betriebsrät:innen sind in manchen Fällen auch für von Gewalt Betroffene eine wichtige Anlaufstelle. Die Broschüre informiert einerseits über rechtliche Möglichkeiten im Rahmen des Gewaltschutzgesetztes und bietet eine umfangreiche Sammlung von Notrufen, Beratungs- und Hilfsangeboten in ganz Österreich.

Notrufe und Beratungsstellen - anonym, kostenlos, rund um die Uhr

  • 0800 222 555 Frauen-Helpline
  • 0800 400 777 Männerinfo
  • 0800 112 112 Opfer-Notruf - telefonisch oder im Chat hilfe-bei-gewalt.gv.at
  • 0800 206 119 Gleichbehandlungsanwaltschaft - Gleichbehandlungsfragen in der Arbeitswelt, Beratung erhalten und Vorfall melden
  • 147 Rat auf Draht (Kinderhilfe)
  • 133 Polizei

Auch Unternehmen können aktiv werden:

  • Die Sozialpartner bieten für ihre Mitglieder Beratung zur Erstellung einer Betriebsvereinbarung an.
  • AUVA: Betreuung bei der Entwicklung eines notfallpsychologischen Betreuungskonzepts (z.B. nach Gewaltübergriffen).
  • Gleichbehandlungsanwaltschaft: Schulungen für Unternehmen (Ressourcen begrenzt).