www.proge.at

Lohnstreit in der Metallindustrie: Hohe Kampfbereitschaft in den Betrieben

Gewerkschaften bereit für entscheidende fünfte Verhandlungsrunde am 8. November
Betriebsversammlung der Aufzugsmonteure in Wien. 6. November

Noch vor der nächsten Kollektivvertragsverhandlung verstärken die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp gemeinsam mit den BetriebsrätInnen und Belegschaften der Metallindustrie erneut den Druck auf die Arbeitgeber. Bis einschließlich 7. November finden österreichweit rund 350 Betriebsversammlungen statt. Die Beschäftigten informieren sich über den Stand der Verhandlungen und beschließen Kampfmaßnahmen.

 

 


"Gemeinsam für eine gute Sache"

So fand am 6. November unter großem Medieninteresse auch die gemeinsame Betriebsversammlung von rund 450 Aufzugsmonteuren in Liesing (Wien) statt. Die Resolution für die Durchsetzung der Forderungen wurde einstimmig beschlossen. Die Belgeschaften von Thyssen, Kone, Otis, Schindler und Haushahn waren kämpferisch und gaben dem anwesenden Chef-Verhandler Rainer Wimmer mit auf dem Weg: "Nicht nachgeben!".

Sollte es bei der nächsten Verhandlungsrunde nicht klappen, sind die Monteure wie alle anderen Belegschaften bereit Kampfmaßnahmen zu setzen. "Wir sind die Speerspitze der Metaller. Wir stehen gemeinsam für eine gute Sache ein. Andere werden uns folgen, sollte es notwendig sein, Kampfmaßnahmen einzuleiten", betonten die Betriebsräte.

>> Bilder von der Betriebsversammlung der Aufzugsmonteure in Wien (6. November)

Arbeitgeber bieten bisher 2 Prozent

 „Der Unmut über das zweiprozentige Angebot der Arbeitgeber für Lohn- und Gehaltserhöhungen ist groß. Die Kampfbereitschaft in den Betrieben ist daher hoch. Gibt es bei der nächsten Verhandlungsrunde am 8. November keine Einigung, sind wir gezwungen, Streikleitungen einzuberufen und erste Kampfmaßnahmen einzuleiten“, fassen Wimmer und sein Co-Verhandler  Karl Dürtscher (GPA-djp) die zugespitzte Situation zusammen.

In der von den Betriebsversammlungen beschlossenen Resolution heißt es dazu im Wortlaut: „Wenn es notwendig ist, werden wir zur Durchsetzung eines raschen und den ausgezeichneten wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechenden Abschlusses gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen ergreifen.“

Entscheidende Runde am 8. November

Die fünfte Verhandlungsrunde ist daher aus Sicht der Gewerkschaften entscheidend für die Sozialpartnerschaft in der Metallindustrie. Die 192.000 Beschäftigten erwarten sich zurecht endlich faire Angebote von den Arbeitgebern. Schließlich ist die wirtschaftliche Lage der Metallindustrie ausgezeichnet und der neue Kollektivvertrag sollte bereits seit 1. November gelten. Die Gewerkschaften fordern weiterhin fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt bzw. mindestens 100 Euro mehr im Monat. Ebenso bleiben alle Arbeitszeitforderungen wie zum Beispiel höhere Zuschläge und bezahlte Pausen bei langen Arbeitszeiten sowie ein Kündigungsschutz für jene, die Arbeitszeiten von täglich zwölf Stunden oder 60 Stunden pro Woche ablehnen, aufrecht.

>>> Nach vierter Runde: BetriebsrätInnen erhöhen Schlagzahl

Das könnte Sie auch Interessieren

19.11.2018

Brauerei-KV: Gewerkschaften geben Streikfreigabe

Nach fünf Verhandlungsrunden noch immer kein ernstzunehmendes Arbeitgeber-Angebot
19.11.2018

Mineralölindustrie: KV-Verhandlungen 2019 gestartet

Forderungsprogramm übergeben, nächster Verhandlungstermin 23. Jänner
19.11.2018

Die Schieflage beseitigen

Mit dem KV-Abschluss der Metallindustrie konnten viele negative Auswirkungen des Arbeitszeitgesetzes korrigiert werden.
18.11.2018

Gewerkschaften erreichen Arbeitszeitausgleich: Hohe Zuschläge und Durchbruch bei der Gleitzeit

Mindestens 1.120 Euro mehr Lohn und Gehalt pro Jahr sowie bis zu 16 Prozent mehr für Lehrlinge
18.11.2018

Metaller-KV: Bis zu 100 Euro mehr für Lehrlinge

Erfolg für PRO-GE Jugend bei den KV-Verhandlungen der Metallindustrie

Artikel weiterempfehlen

Newsletterauswahl

PRO-GE Newsletter

Geschlecht
Geschlecht:
Name